Das Impfzentrum Phoenix-West schließt Ende September - dann wird hauptsächlich in den Hausarztpraxen geimpft. © picture alliance/dpa
Covid-19-Impfung

Impfzentrum schließt: Kommt der Ansturm auf die Hausärzte?

Ende September wird im Impfzentrum Phoenix-West die letzte Spritze gesetzt: Danach übernehmen die Arztpraxen den Covid-19-Impfprozess fast vollständig. Sind sie darauf vorbereitet?

Bereits seit Anfang April impfen Hausärzte gegen Covid-19. Bisher ist die Immunisierung dort aber eher als Ergänzung zu den Impfzentren geschehen. Mit Beginn des Oktobers wird sich das ändern.

Nach 235 Tagen und mehr als 350.000 gesetzten Nadeln allein in Dortmund werden Ende September die 53 nordrhein-westfälischen Impfzentren schließen. Auch das Zentrum auf Phoenix-West in Dortmund Hörde. Die Hausärzte übernehmen.

Wird es voll bei den Hausärzten?

Eine klare Zunahme der zu verabreichenden Impfungen erwartet man bei der Praxis von Hubertus Axthelm in der Dortmunder City nicht. „Erst mit der neuen Situation, wenn die Menschen die Schnelltests selbst bezahlen müssen, kann es sein, dass mehr Anfragen für Impfungen reinkommen“, teilt man auf Nachfrage mit.

Sollten die Impfanfragen dennoch im Oktober zunehmen, würde sich das aber nach wenigen Wochen wieder einpendeln. Bisher habe man niemanden abweisen müssen, der eine Impfung haben wollte, so die Praxis.

„Wer ein Interesse am Impfen hat, denkt an seinen Hausarzt“

Ein ähnliches Bild malt sich Dr. Thomas Beissner aus: „Wer wirklich ein Interesse am Impfen hat, der denkt an seinen Hausarzt.“ Er rechnet nicht damit, dass er ab Oktober wesentlich mehr Vakzine verimpfen wird. Wenn das Interesse bestünde, dann sei das größtenteils schon geschehen.

Auch eine Kritik an der Schließung der Impfzentren verspürt Beissner in seinem Kundenkreis nicht. „Die Patienten sind froh, dass die eigene Praxis impft – die kennen die Praxis ja schon“, sagt er.

Impfstoff habe er derzeit genug. Daher bietet der Arzt aus dem Kreuzviertel eine Impfung für die hausärztlichen, aber auch für Fremdpatienten an – er gehe aber nicht davon aus, dass sich davon viele registrieren würden.

Hälfte der Geimpften sind keine hausärztlichen Patienten

Knapp die Hälfte aller verabreichten Impfungen in der „Praxis im Kaiserstraßenviertel“ sind Fremdpatienten zuzuordnen. Dadurch, dass die Termine ausschließlich über die Webseite vergeben werden, habe man viele nicht-hausärztliche Patienten behandelt.

So könne sich jeder eintragen, der impfwillig ist. Ab Oktober stünden 120 Impfdosen pro Tag bereit. Dass man dann wesentlich mehr Vakzin-Spritzen setzen würde als bisher, glaubt dort allerdings keiner.

In der Gartenstadt rechnet man mit einem Anstieg

„Wir wissen zwar nicht, was ab Oktober sein wird – aber wir rechnen mit einem Anstieg“, sagt Dr. Björn Geldmacher auf die Frage, ob er ab Oktober mehr Impfstoff verabreichen wird. In seiner Praxis in der Dortmunder Gartenstadt können sich auch Fremdpatienten impfen lassen. Bisher seien nur 20 Prozent der Impflinge Fremdpatienten gewesen.

Am Anfang des Impfangebotes konnte sich die Praxis Dres. Lamers und Kohlschein kaum vor Anfragen retten. Für die dann neue Situation ab Oktober glaubt man, „dass ein Ansturm verhalten sein werde“. Bisher hat man fast nur hausärztliche Patienten versorgt – man gehe davon aus, dass das auch so bleiben werde. „Aber bevor wir Impfstoff wegschmeißen, impfen wir lieber auch Fremdpatienten“, so die Aussage der Praxis aus Brackel.

Für alle, die derzeit noch auf Phoenix-West ihre Erstimpfung erhalten und über keinen eigenen Hausarzt verfügen, haben wir eine Übersicht zusammengestellt, welche Praxen auch Impfungen für Fremdpatienten anbieten.

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