In Barop gibt es jetzt ein Paradies für Insekten

hzInsektenwiese

In der Stadt finden Insekten meist nur kurzgemähte Rasenflächen mit wenig Schutz und Nahrung. In Barop gibt es jetzt eine Insektenwiese. Wir verraten, wer sie angelegt hat.

von Marc Dominic Wernicke

Barop

, 04.09.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gelb, rosa, rot und weiß blüht es jetzt hinter der Lutherkirche in Barop. Insekten fliegen brummend umher und in der Luft liegt ein sanfter Blumenduft. Zu verdanken haben die Insekten die neue Wiese 30 besonders umweltfreundlichen Menschen.

Im Frühling haben die Konfirmanden der evangelischen Südwest-Gemeinde an dieser Stelle eine Insektenwiese geschaffen, die seither wild und farbenfroh aus dem Rasen des Gemeindehauses an der Stockumer Straße hervorsticht.

In Barop gibt es jetzt ein Paradies für Insekten

Malven, Sonnenblumen, Zinnien und andere Pflanzen wachsen auf der circa 25 Quadratmeter großen Fläche. © Marc D. Wernicke

„Wir wollen die Schöpfung wertschätzen und haben daher einen schönen Landeplatz samt Hotel und Büffet für die Insekten geschaffen“, sagt Pfarrerin Angela Dicke und freut sich über die Blütenpracht, die auch einen wichtigen ökologischen Zweck erfüllt: Während viele Insekten auf den kurzgemähten Rasenflächen im städtischen Raum nur wenig Schutz und Nahrung finden, ist die Wiese mit ihren vielfältigen Blumen und langem Gras ein echtes Paradies für sie.

Die Jugendlichen verteilten das Saatgut mit Sand

„Ich fand es besonders interessant, zu sehen, wie sich die Pflanzen nach der Aussaat entwickelt haben“, sagt der 13-jährige Florian. Ende Mai entfernten die 30 Konfirmanden auf der circa 25 Quadratmeter großen rechteckigen Fläche zunächst die alte Grasnarbe. Mit Harken lockerten sie das Erdreich auf und verteilten das Saatgut – mit einem besonderen Trick: „Wir hatten 200 Gramm ökologische Samenkörner, die wir mit Sand gemischt haben“, erklärt Pfarrerin Dicke. „Auf diese Weise konnten wir sie leichter verstreuen und zugleich genau sehen, wo wir bereits etwas hingeworfen hatten.“ Dann musste das Beet nur noch festgetreten, bewässert und mit einer Schnur gekennzeichnet werden. Schon vier Wochen später erblühten die ersten Blumen.

In Barop gibt es jetzt ein Paradies für Insekten

Für die 30 Konfirmanden und Pfarrerin Angela Dicke (mittig) wird die Wiese mit ihrer Insektenwelt auch weiterhin eine Rolle spielen, wenn es im Unterricht um die Schöpfung geht. © Marc D. Wernicke

Malven, Zinnien, Sonnenblumen und Schwarzkümmel zieren seither die Wiese und scheinen sich bei den Insekten großer Beliebtheit zu erfreuen. „Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Käfer haben hier eine geschützte Fläche zum Leben“, sagt die 13-jährige Luisa aus der Konfirmandengruppe.

Kleine „Inseln“ für Insekten helfen schon weiter

Für die Insekten seien selbst kleine Flächen mit Blumen und hohem Gras im Stadtgebiet schon ein großer Gewinn: „Insekten wandern nur über kurze Distanzen. Es genügt also schon, wenn es hier und da immer wieder solche Inseln für sie gibt. Die müssen nicht einmal besonders groß sein“, erklärt Angela Dicke, die die kleine Tier- und Pflanzenwelt unter dem Gesichtspunkt der Schöpfung auch weiterhin mit den Konfirmanden beobachten wird. Zudem überlege sie bereits, wo sie noch weitere Wiesen anlegen könnten – sowohl auf dem großen Rasen des Gemeindehauses in Barop als auch an anderen Orten im Gebiet der evangelischen Südwest-Gemeinde.

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