Das soll aus diesem markanten Gebäude an der B1 werden

hzNeubaupläne

Der ehemalige „Glaspalast“ von Siemens-Nixdorf an der B1 gleicht inzwischen einer Ruine. Doch es gibt bereits konkrete Pläne für das 17.000 Quadratmeter große Gelände.

Gartenstadt

, 20.11.2019, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem kastenförmigen Gebäude an der B1/Ecke Max-Eyth-Straße residierte einst Siemens-Nixdorf. Doch seitdem das markante Gebäude vor rund sieben Jahren leergezogen wurde, haben sich Graffiti-Sprayer und andere Eindringlinge dort ausgetobt, ebenso die Natur, die den bronzefarben verspiegelten Komplex inzwischen wie ein Dornröschenschloss umrankt.

Die Außengrenzen sind mit verketteten Bauzäunen und Kameras gesichert, nachdem die Zerstörung bis hin zu Brandstiftung zuletzt überhand nahm.

Das soll aus diesem markanten Gebäude an der B1 werden

Das zunehmend überwucherte Gelände ist gesichert. © Susanne Riese

Doch die Tage des maroden Baus aus den 1980er-Jahren sind gezählt. Das viergeschossige Gebäude wird abgerissen, so viel steht fest. Der Investor, Wohnprojektentwickler Instone Real Estate, sei ambitioniert, hieß es bei der Vorstellung der Pläne in der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt-Ost.

Zur B1 hin sind Bürogebäude geplant, die gleichzeitig als Immissionsschutz für dahinter liegende Ein- und Mehrfamilienhäuser dienen sollen. Für die Neuausrichtung ist eine Änderung des Bebauungsplans nötig. Aktuell gilt das Grundstück nicht als Wohnbaufläche.

Das soll aus diesem markanten Gebäude an der B1 werden

Schandfleck statt Glaspalast: Das Siemens-Nixdorf-Gebäude ist schwer beschädigt. © Susanne Riese

Wie der Komplex auf dem 17.200 Quadratmeter großen Gelände aussehen soll, das von Alleen und Privatanwesen umgeben ist, wird in einem „städtebaulichen Qualifizierungsverfahren“ ermittelt. Dabei sollen vier Planungsbüros Vorschläge erarbeiten.

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Die Vorgaben würdigen die Besonderheiten der Gartenstadt: Dichte und Höhe der Bebauung sollen von Norden nach Süden abnehmen, Autos in einer Tiefgarage verschwinden und Gärten und Grün das Quartier prägen. Auch der üppige Bewuchs des Geländes wird zu berücksichtigen sein; 113 Bäume sind nach der Baumschutzsatzung geschützt.

Geplant ist ein attraktives Wohngebiet

„Ziel ist es, ein neues attraktives innerstädtisches Wohnquartier als Teil des bevorzugten Wohnstandorts ,Gartenstadt-Süd‘ zu schaffen“, schreibt die Verwaltung. Bezirksbürgermeister Udo Dammer zeigte sich „hoch erfreut“ über die Pläne. „Das Grundstück ist in einem schlechten Zustand, und es schreit nach Wiedernutzung.“

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Offen ist allerdings, wie das Gelände an den öffentlichen Nahverkehr und an die B1 angebunden werden soll. Die Stadtbahn-Haltestelle liegt direkt vor der Haustür am Westfalendamm. Eine Ampel für einen barrierefreien Zugang und eine leichtere Zufahrt auf die B1 wird diskutiert.

Die Anwohner der Gartenstadt werden schon jetzt nervös. Sie fühlen sich ohnehin durch den Verkehr aus der Stadtkrone Ost sehr belastet und fürchten eine weitere Zunahme der Pkw-Dichte. Vor allem die im Wohngebiet abgestellten Autos sind ein großes Thema.

Die Entwickler des Siemens-Nixdorf-Geländes haben das im Blick. Die Voreinschätzung eines Gutachters zur Verkehrsentwicklung liegt bereits vor. Wenn der Entwurf für das neue Wohngebiet steht, soll ein umfassendes Verkehrs- und Mobilitätskonzept erstellt werden.

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Jedenfalls soll der Verkehr auf schnellstmöglichem Weg über die B1 fließen, nicht durch das Wohngebiet, erläuterte Udo Dammer in der BV-Sitzung. Autos sollen von der B1 über die Max-Eyth-Straße auf Höhe des Thierschwegs in das Wohngebiet gelangen.

Das soll aus diesem markanten Gebäude an der B1 werden

In das neue Wohngebiet sollen Autofahrer über die Max-Eyth-Straße kommen –und auch von dort auf die B1 auffahren können. © Susanne Riese

Die Jury, zu der unter anderem Planungsdezernent Ludger Wilde und Instone-Niederlassungsleiter Stefan Dahlmanns gehören, entscheidet voraussichtlich am 4. März 2020 über die Entwürfe.

Bei Bedarf werde der Siegerentwurf der Bürgerschaft präsentiert, sagt Udo Dammer. „Der Käufer wäre dazu bereit und weiß, dass so etwas Zeit kostet.“ Das Ergebnis des Wettbewerbs dient als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren, das noch im kommenden Jahr eingeleitet werden soll. Baubeginn soll dann 2021 sein.

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