In die Arkaden an der Rheinischen Straße fließt eine halbe Million Euro

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Die Arkaden an der Rheinischen Straße bilden das westliche Eingangstor zur City. Deshalb werden sie im Zuge des Stadtumbaus-West herausgeputzt. Noch ist der Gesamteindruck etwas getrübt.

Unionviertel

, 07.08.2019, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daniel Kireth und Anna Hauke bearbeiten mit Schablonen und Sprühdosen eine Einfahrt an der Rheinischen Straße. Die schmucklos grauen Stahltore an den Arkaden sollen eine freundliche neue Optik bekommen.

Die Stadt Dortmund beauftragte das Street-Art-Duo IBIMS (Institut für bildnerischen und illustrativen Mumpitz im Stadtraum) aus der Adlerstraße, im Zuge der Arkaden-Neugestaltung diese und zwei andere Flächen zu bearbeiten. Der Auftrag für fünf weitere Flächen ging an die dobeq. Sie startet die Umsetzung nach den Sommerferien mit Jugendlichen der Produktionsschule.

Graffiti als Hingucker

Die großflächigen Bilder sollen Hingucker sein mit dem gewünschten Nebeneffekt, die Zahl attraktiver Flächen für Tags und Schmierereien zu verringern, wie Stadtsprecher Christian Schön mitteilt. Die Stadt forderte lokale Kreative auf, zu einem Wettbewerb Ideen für sieben Flächen einzureichen; hinzu kam eine weitere, von einem Eigentümer privat finanzierte Fläche.

„Die Motive sollten image- und identitätsfördernd sein und zum Farbkonzept der Arkadengestaltung passen.“

In die Arkaden an der Rheinischen Straße fließt eine halbe Million Euro

Eine von drei Flächen, die IBIMS gestaltet hat. © Stadt Dortmund

IBIMS mit Sitz in der Adlerstraße im Unionviertel hat auch schon die Boulderwand in der Dorstelmannstraße gestaltet und mit den Kita-Kindern zusammen das Familienzentrum Lange Straße verschönert. Zurzeit sprüht das Duo seine Motive parallel zu den Arbeiten an den Arkaden auf eine Wand, eine Mauer und das Tor.

Mit diesem letzten Stadtumbau-West-Projekt sollen die Arkaden zu einem „städtebaulichen Highlight“ werden und laut Stadt „ein weiteres Zeichen setzen für ein attraktives Unionviertel“.

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Eigentümer und Mieter waren in den Planungsprozess eingebunden und konnten über die Farbgestaltung und Muster mitentscheiden. Die Außenfassade wurde gedeckt grün gestrichen, Säulen und Innenwände blassgelb. Edel wirken die goldfarbenen Ornamente an der weißen Decke.

Eine einheitliche Beleuchtung innen und ein Leuchtband als Hingucker außen sollen die Geschäftszeile in ein neues Licht rücken. 520.000 Euro fließen in die Erneuerung. Die Umsetzung erfolgt kleinteilig und in zwei Bauabschnitten, um die Auswirkungen für die Geschäftsleute so gering wie möglich zu halten.

In die Arkaden an der Rheinischen Straße fließt eine halbe Million Euro

So schick soll es unter den Arkaden aussehen, wenn alles fertig ist. © Stadt Dortmund

Einige Eigentümer ziehen mit und investieren ihrerseits in die Immobilien. „Insbesondere im Rahmen von Neuvermietungen wurden großflächige Schaufenster erneuert und Fassaden oberhalb der Arkaden neu gestaltet“, teilt die Stadt mit und verweist besonders auf die auffällige neue Fassade von Haus Nr. 52: „Das Eigentümerehepaar Satkunarajasingham hat das markante Eckgebäude im Zuge der notwendigen Dacherneuerung nun auch von außen neu gestalten lassen und so einen attraktiven Eingangspunkt für die Arkaden geschaffen.“

Dezente Ladenwerbung soll die Optik verbessern

Viele Ladeninhaber hätten zudem angekündigt, den Vorschlägen des Architekten Marco Budeus (P+ Architekten und Ingenieure) zu folgen und ihre Ladenwerbung dezenter zu gestalten. Dadurch sollen die Arkaden künftig nicht kunterbunt und unsortiert, sondern einheitlich und einladend wirken.

In die Arkaden an der Rheinischen Straße fließt eine halbe Million Euro

Heller und freundlicher sieht es unter den Arkaden aus. Der Leerstand stört noch etwas den Gesamteindruck. © Susanne Riese

Diese Idee hat bislang noch nicht so recht gezündet. Noch wirken die unter den Arkaden stehenden Kleiderständer, Paletten und Stühle nicht sehr homogen.

Vor allem der seit Monaten andauernde Leerstand eines zentralen Ladenlokals trübt den Gesamteindruck.

Ein Plakat verspricht dort den baldigen Einzug von „Suresh“, ein „exklusiver Frischmarkt für Fisch und Fleisch“, der auch Halal-Ware führen soll. Die Ankündigung der Neueröffnung hängt mindestens seit Mai im mit Packpapier zugeklebten Schaufenster. Getan hat sich bislang nichts.

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