In diese Stadtbezirke ziehen zunehmend Rumänen und Bulgaren – aus einem ziehen sie weg

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Noch immer wächst die Zahl der Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien. Die Integrationsbemühungen zeigen greifbare Erfolge, meint die Stadt. Die Verteilung auf das Stadtgebiet ändert sich.

Dortmund

, 03.09.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn der große Zustrom vorbei ist: Die Zahl der Menschen, die seit dem EU-Beitritt aus Bulgarien und Rumänien nach Dortmund kommen, wächst weiter – allerdings immer langsamer, insbesondere im Vergleich zu den Jahren zwischen 2013 und 2015. Im vergangenen Jahr lebten 3925 Bulgaren und 5114 Rumänen in Dortmund – damit waren Ende 2018 insgesamt 9039 Zuwanderer aus den beiden EU-Ländern hier gemeldet (+524 gegenüber 2017).

Ihr Anteil an der Dortmunder Bevölkerung liegt bei 1,5 Prozent. Deutlich höher liegt er in Duisburg (4 Prozent), Gelsenkirchen (2,9 Prozent) Nürnberg (3,5 Prozent) und Offenbach (6,9 Prozent), aber auch in München (2 Prozent), so die Angaben der einzelnen Städte.

Ungleich im Stadtgebiet verteilt

Auch wenn der gesamtstädtische Bevölkerungsanteil von rumänischen und bulgarischen Staatsbürgern in Dortmund vergleichsweise niedrig ist, leben sie ungleich in der Stadt verteilt: Weiterhin wohnt mit 4750 Menschen mehr als die Hälfte von ihnen in der Nordstadt (Bevölkerungsanteil: 8 Prozent). Allein 2600 leben im Bereich des Nordmarktes.

Alle anderen Stadtteile fallen dahinter weit zurück, alles nachzulesen im aktuellen Sachstandsbericht der Verwaltung für die Politik. Jeweils mehr als 50 Neuzuwanderer verzeichneten die Stadtbezirke Lütgendortmund, Innenstadt-Ost und Scharnhorst. Den nach der Nordstadt höchsten Bevölkerungsanteil weist der Stadtbezirk Eving mit 1,7 Prozent auf, im Stadtbezirk Hombruch dagegen sind nur 0,3 Prozent der Einwohner bulgarischer oder rumänischer Herkunft. Hombruch ist gleichzeitig der einzige Stadtbezirk, in dem die Zahl von Bulgaren und Rumänen im letzten Jahr gesunken ist.

Immer mehr gehen einer Arbeit nach

Fast 39 Prozent der 6616 Rumänen beziehungsweise Bulgaren im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre) gehen in Dortmund einer Arbeit nach, davon 2209 in sozialversicherungspflichtigen Jobs und 540 als geringfügig Beschäftigte. Sie füllen Lücken, lindern den Fachkräftebedarf und zahlen Steuern und Beiträge. Ihre Beschäftigungsquote ist laut Bundesagentur für Arbeit zwar deutlich niedriger als die der deutschen Bevölkerung (64,7 Prozent), doch sie nähert sich weiter der Quote der ausländischen Bevölkerung (42,4 Prozent) an. Dabei entwickelt sich die Quote bei den Rumänen deutlich besser als bei den Bulgaren.

Nach Feststellung der Verwaltung hat sich die Integration der Bürger aus den beiden EU-Ländern in den Arbeitsmarkt seit 2013 mit Beginn der vollen Freizügigkeit beschleunigt.

Trotzdem bezieht insgesamt rund jeder dritte Zuwanderer aus Bulgaren und Rumänien Hartz IV, auch wenn die Quote leicht rückläufig ist. Zum Vergleich: Unter den Deutschen ist es etwa jeder siebte.

Zuwanderung kostet Stadt 14,5 Millionen Euro

In Dortmund liegen die mit der Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien verbundenen Ausgaben bei rund 14,5 Millionen Euro im Jahr. Dieses Geld aus dem städtischen Haushalt trägt ebenso wie die Integrationsförderung von Europäischer Union, Bund und Land zu den „greifbaren Erfolgen“ bei, die die Stadt in den Bereichen frühkindliche und schulische Bildung, Gesundheit sowie Erwerbsintegration ausgemacht hat.

Das in den vergangenen Jahren geknüpfte Netz von Hilfsangeboten zeige Wirkung, doch es gibt weiter Probleme – angefangen von fehlenden Sprachkenntnissen über Armut bis zum fehlenden Krankenversicherungsschutz. Im „Sachstandsbericht Zuwanderung aus Südosteuropa“ heißt es, im Jahr 2019 werde es „maßgeblich darum gehen, die im Laufe des letzten Jahres begonnenen Initiativen konsequent weiterzuverfolgen“. Doch dafür sei die dauerhafte Unterstützung von EU, Bund und Land unabdingbar.

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