Das Training kann wieder beginnen. Die Fitnessstudios dürfen am Montag (11.5.) öffnen. Während einige Fitnessstudios bereits startklar sind, hängt bei anderen der Neustart noch in der Luft.

Dortmund

, 10.05.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fitness-Begeisterte müssen seit nunmehr acht Wochen auf ihr Workout in der Muckibude verzichten. Das hat ab kommender Woche ein Ende, denn am Mittwoch (6.5.) kündigte die NRW-Landesregierung einige Lockerungen an. Unter anderem dürfen ab Montag (11.5.) die Fitnessstudios wieder öffnen, ebenso wie Tanzschulen und Sporthallen.

„Das hilft uns immens, weil es den Druck von den Mitarbeitern nimmt, die endlich wieder arbeiten können, und weil es den Mitgliedern ermöglicht, wieder etwas für ihren Körper und ihre Gesundheit zu tun“, sagt Danilo Davia. Zwei Monate war sein Fitnessstudio DannyFit, in dem es schwerpunktmäßig um medizinische Fitness für Über-45-Jährige geht, geschlossen. „Das war eine schwierige Zeit für alle. Und jetzt ist es ein super Ventil, wenn es wieder losgeht“, so Danilo Davia.

Für ihn als jungen Unternehmer waren die vergangenen Wochen ein Albtraum: Eine Million Euro investierte er vor gut zwei Jahren in sein Fitnessstudio – und Anfang des Jahres schien sein Businessplan noch aufzugehen: „Wir waren auf einem guten Wachstumskurs und wären ab Juni/Juli in die Gewinnzone gekommen. Die Corona-Krise hat uns da natürlich stark zurückgeworfen.“

Mitglieder zeigen sich gegenüber Danilo Davia solidarisch

Zählen konnte Danilo Davia, wie er selbst sagt, auf seine fast 500 Mitglieder. Ohne ihre Solidarität und die Bereitschaft fast aller, die Mitgliedsbeiträge weiterhin zu zahlen, könnte es am Montag wohl kaum weitergehen.

Wenn es am Montag wieder ins Fitnessstudio geht, erwarten die Sportler schon am Eingang Desinfektionsmittel und Handschuhe. „Wir möchten keine Ansteckung“, sagt Danilo Davia vom Studio DannyFit am Phoenix-See.

Wenn es am Montag wieder ins Fitnessstudio geht, erwarten die Sportler schon am Eingang Desinfektionsmittel und Handschuhe. „Wir möchten keine Ansteckung“, sagt Danilo Davia vom Studio DannyFit am Phoenix-See. © Stephan Schuetze

Schließlich drücken den Betreiber jeden Monat Fixkosten von gut 40.000 Euro für Miete, Mitarbeiter und Leasingraten. „Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau habe ich als Start-up keine Unterstützung bekommen. Die einzige Hilfe waren die 9000 Euro Soforthilfe“, sagt Danilo Davia.

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Als bereits am vergangenen Montag (4.5.) der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit (DIFG) der Bundesregierung ein Gesundheitskonzept mit der Forderung, die Fitnessstudios sollten bald wieder öffnen dürfen, vorlegte, begann Danilo Davia sofort mit den Vorbereitungen.

„Bei uns bekommt jedes Mitglied einen Mund- und Nasenschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel und maximal zehn Personen dürfen gleichzeitig trainieren. Den Abstand einzuhalten, ist kein Problem, weil bei uns alles sehr persönlich zugeht“, sagt Danilo Davia. Die Öffnungszeiten hat er von 7 bis 23 Uhr erweitert und zudem in eine App investiert, über die man online seine Trainingszeit reservieren kann.

„Gerade sind wir dabei“, sagt Davia, „in den Umkleiden alles so einzurichten, dass auch einzeln geduscht werden kann. Wir möchten keine Ansteckung. Das ist uns ganz wichtig.“

Unsicherheit über Auflagen trotz 5-Punkte-Plan

Obwohl es einen 5-Punkte-Plan gibt, der auf Basis eines Gutachtens der TU München und IST Hochschule Düsseldorf erstellt wurde, herrschte am Donnerstag (7.5.) und Freitag (8.5.) große Unsicherheit bei vielen anderen Dortmunder Studiobetreibern, welche Vorschriften ab Montag (11.5.) tatsächlich zu erfüllen sind. Sie warteten auf die Öffnungs-Auflagen des Landes NRW. Manche waren – wie Danilo Davia – für alle Fälle gerüstet; andere wurden durch die Lockerungen überrascht, wie eine kleine Umfrage zeigt.

Pascal Ribnikar, Geschäftsführer vom Fitnessstudio INJOY Station Dortmund, sagt gegenüber unserer Redaktion: „Ich denke, wir können ab Montag sofort öffnen und alle Maßnahmen ohne Weiteres umsetzen.“ Denn er habe bereits genügend Schutzmasken und Desinfektionsmittel besorgt; ein kontaktloses Check-In-System und ausreichender Abstand zwischen den Sportgeräten seien ohnehin vorhanden.

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Die Nachricht, dass Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, nahm Ribnikar „überrascht, aber positiv“ auf. „Wir müssen differenzieren zwischen den Massenstudios und so einem persönlichen Studio wie bei uns. Bei uns laufen diese Prozesse automatisiert“, ergänzt er und meint damit die Einhaltung der Hygienestandards und die Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Kunden.

Fitness-Kette FitX fühlt sich „bestens vorbereitet“

Der große Fitness-Discounter FitX sieht einer möglichen Öffnung am Montag ebenfalls optimistisch entgegen. Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es: „Wir sind bestens vorbereitet und warten nun auf die Entscheidungen und Erlasse der Länder.“

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Für manche Fitnessstudio-Inhaber kommt die Öffnungserlaubnis gerade noch rechtzeitig. „Einen weiteren Monat ohne Studiobetrieb wäre für uns echt schwierig gewesen“, sagt Karl Bracklow von KABRA Fitness. Er sei „froh, wieder starten zu dürfen“, und freut sich ebenfalls darüber, dass sich seine Kunden während der Corona-Pause solidarisch verhalten haben.

Öffnung der Studios weiter abhängig von den Auflagen

Welche Fitnessstudios in Dortmund tatsächlich am kommenden Montag öffnen, ist nach unserer Befragung vom Donnerstag und Freitag noch unklar. Der Tenor bei den meisten Betreibern lautet: „Wir öffnen, wenn wir die Auflagen erfüllen können“ – so zum Beispiel bei Terra Sports Dortmund, Turnhalle Die Fitnesslounge, Budokan Sportcenter Dortmund, High-Class Fitness und Orange Fitness.

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