In Rettungsgasse gewendet: Dortmunder fordern teils drastische Strafen für den Falschfahrer

hzFacebook-Reaktionen

Ein Fahranfänger wendet nach einem Unfall mit Todesopfer und fährt durch die Rettungsgasse. Bis jetzt zeigt er sich uneinsichtig. In Sozialen Medien kochen die Emotionen hoch.

Dortmund

, 12.08.2019, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er wendete und fuhr anschließend entgegen der Fahrtrichtung durch die Rettungsgasse: Ein junger Audifahrer sorgte am Donnerstag (8.8.) für Empörung, als er die nach dem schweren Unfall auf der Brackeler Straße perfekt gebildete Rettungsgasse nutzte, um aus dem Stau herauszufahren.

Laut Medienrecherchen handelte es sich um einen 18-jährigen Fahranfänger. Der zeigte sich nicht etwa einsichtig, sondern wies die Verantwortung für sein Handeln ab - und schob laut Bericht von Bild.de die Schuld auf die Polizei. Die habe ihn angewiesen.

"Als ob die Polizei das sagen würde"

Auf Facebook kochen die Emotionen hoch. Da kann etwas nicht stimmen, schreiben die Facebook-Freunde auf der Seite unserer Redaktion. "Als ob die Polizei sagen würde, man könne das so machen", zweifelt zum Beispiel ein User. Dazu fordert er: "Pappe weg auf Lebenszeit. Besser ist das...".

Ein anderer Nutzer, der selbst keinen Führerschein besitzt, hat kein Verständnis für den jungen Mann: "Den Polizisten möchte ich sehen, der ihm das gesagt hat. Also, ich habe keinen Führerschein – weiß aber, dass man in der Rettungsgasse nicht fahren darf." Ein Dritter schreibt: "Ausreden sind wie Haare, jeder hat welche!"

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Vor allem das junge Alter des Fahrsünders bereitet einigen anderen Usern Sorgen. "Gerade aus der Fahrschule raus und dann sowas. Das wird ein toller Werdegang im Straßenverkehr - sofern es keine ANSTÄNDIGE Strafe für solch ein Verhalten gibt", schreibt eine Nutzerin beunruhigt.

Forderung nach drastischer Strafe

Andere weisen auf die noch bestehende Probezeit des Fahranfängers hin und verlangen drastische Strafen: Viele fordern einen Entzug des Führerscheins, teilweise sogar unwiderruflich: "Führerscheinentzug auf Lebenszeit" oder: "Dem gehört der Führerschein entzogen und auch nie wieder zurückgegeben!", heißt es in den Kommentaren.

Eine Facebook-Userin weist darauf hin, dass es durchaus Situationen gibt, in denen in der Rettungsgasse gewendet werden darf. "Als damals ein LKW umgekippt ist, sollten wir umdrehen und die nächste Abfahrt nehmen, nachdem wir schon circa 2 Stunden da standen. Aber da hat die Polizei das geregelt und gesichert." Und eben dies hat die Polizei bei dem Unfall auf der Brackeler Straße nicht getan.

Doch nicht alle User gehen mit dem Fahranfänger hart ins Gericht: "Er hat mit Sicherheit seinen Fehler eingesehen. Nach dem, was hier bei Facebook ablief", schreibt eine Userin und kritisiert den harten Umgang auf der sozialen Plattform: "Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist dieses ,An-den-Pranger stellen‘. Der Fahrer wird seine Strafe bekommen, aber darf ganz Facebook sich nun über einen weißen Audi das Maul zerreißen?"

Wirkliches Strafmaß noch unklar

Welche Strafe letztendlich wirklich auf den 18-Jährigen wartet, ist noch nicht klar. Bei einer Anfrage unserer Redaktion bei der Polizei erklärte Polizeisprecherin Cornelia Weigandt, dass das Strafmaß von den Begleitumständen abhängig sei. Zudem müsse man prüfen, ob durch das Verhalten andere Menschen gefährdet worden seien, ob es als Straftat gewertet werde und ob es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gehandelt habe.

Bei dem Unfall auf der Brackeler Straße stieß eine 69-jährige Bochumerin frontal mit dem Auto einer 56-Jährigen aus Kamen zusammen. Eine 55-Jährige aus Unna konnte zudem nicht rechtzeitig bremsen und fuhr auf. Zuvor war die Bochumerin an einer noch nicht genau bekannten Stelle in die falsche Richtung auf die Brackeler Straße aufgefahren. Am Donnerstagabend erlag die 69-Jährige im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Hinweis der Redaktion: Fehler in den Original-Facebook-Kommentaren wurden im Sinne einer besseren Lesbarkeit des Textes korrigiert.

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