Vereine aufgepasst: Dortmunder Club verliert wegen Fake-E-Mail fast 2700 Euro

hzBertrug im Internet

Internetbetrüger versuchen über „falsche Mailadressen“ an Geld zu kommen. Treffen kann es jeden. Ein Dortmunder Verein war jetzt das Ziel. Er warnt vor der fiesen Masche.

Aplerbeck

, 28.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war scheinbar eine ganz normale E-Mail mit einer bekannten Adresse. So wie sie hundertfach im Mail-Verzeichnis des Vereins aus dem Dortmunder Süden eintrudelt. Und sie schien auf den ersten Blick auch „echt“ zu sein.

Aber auf den zweiten Blick fiel der Kassiererin der DJK Ewaldi Aplerbeck auf, dass irgendetwas nicht stimmte. Und sie tat gut daran, noch einmal nachzufragen. Und zwar bei dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Friedhelm Althans. Der hatte dann so gar keine Ahnung von dem Schreiben.

Da wurde um eine Überweisung von 2700 Euro gebeten. Natürlich würde der „falsche“ Friedhelm Althans den Betrag so schnell wie möglich zurücküberweisen. „Das ist schon eine miese Masche“, sagt Friedhelm Althans. „Wir möchten die Vereine vor so einem Betrug warnen.“

Auffällig viele Rechtschreibfehler waren in der Mail.

Auffällig viele Rechtschreibfehler waren in der Mail. © Jörg Bauerfeld

Aber wie fiel der Versuch der Betrüger auf? „Es lief über meine Vereins-E-Mail“, so der Vereinsvorsitzende. Die und die der Kassiererin und von weiteren Vorstandsmitgliedern sind frei verfügbar, für jeden. Sie stehen im Internet und auch in dem Ewaldi-Journal.

Mail-Adresse liegen öffentlich aus

„Unser Journal liegt ja an vielen öffentlichen Plätzen im Stadtbezirk aus. Und dort sind auch die Vereins-Adressen abgedruckt“, sagt Althans. Aber, was die Betrüger nicht wussten, war folgendes. „Wenn wir untereinander kommunizieren, benutzen wir immer unsere privaten Mail-Adressen. Niemals die Vereinsadresse“, sagt Friedhelm Althans.

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Das fiel natürlich sofort auf, ebenso wie die Tatsache, dass unter der Mail stand „von meinem iPhone gesendet“. „Es ist bekannt, dass ich gar kein iPhone besitze“, sagt Althans. Aber es gab noch mehr Auffälligkeiten, die die Mail als falsch entlarvten - sie war voller Rechtschreibfehler.

Obskurer Internet-Anbieter

Bei der DJK Ewaldi hatten die Betrüger also kein Glück. Wie konnte aber als Absender die Vereinsadresse des 1. Vorsitzenden auftauchen? Die Lösung dafür liegt beim Anbieter Yopmail. Auf dieser Seite gibt es „Kostenfreie Wegwerf-E-Mail-Adressen“. Über Yopmail scheint es also möglich zu sein, einen fiktiven Account zu generieren.

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Denn als die pfiffige Kassiererin auf „antworten“ klickte, erschien folgende Adresse „obmannpresidentey6045@yopmail.com“ und eben nicht die von Friedhelm Althans. Es ist übrigens das erste Mal, dass der Verein Opfer eines Betrugsversuches wurde.

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