Investor will den Bunker unter der „Südtribüne“ retten

hzSpektakuläres Wohnungsprojekt

Es ist eines der spektakulärsten Wohnbauprojekte Dortmunds: Die „Südtribüne“ thront auf einem Bunker. Bei der Grundsteinlegung erklärte der Investor, wie das alte Bauwerk gerettet werden soll.

Saarlandstraßenviertel

, 07.02.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender und Gründer der CG Gruppe, legte als Investor gemeinsam mit Architekt Gerhard Wittfeld und Oberbürgermeister Ullrich Sierau am 6. Februar (Donnerstag) den Grundstein für das spektakuläre Wohnhaus „Südtribüne“ an der Ruhrallee in der südlichen Dortmunder Innenstadt.

Sie versenkten die Zeitkapsel direkt neben der Grundmauer des alten Befehlsbunkers, über dem die leicht stufenförmige „Südtribüne“ später aufragen wird.

Die Nutzung eines alten Schutzbunkers als Fundament eines modernen Wohnhauses gefällt dem Vorstandsvorsitzenden. „Es ist etwas unglaublich Schönes, daraus etwas Neues zu machen“, sagte Gröner zu dem ersten Projekt der CG Gruppe in Dortmund. Und er machte zugleich Andeutungen, dass es nicht das letzte sein wird.

Investor will den Bunker unter der „Südtribüne“ retten

Bei der Grundsteinlegung: OB Ullrich Sierau, Architekt Gerhard Wittfeld und CG-Vorstandsvorsitzender Christoph Gröner (v.l.) mauern eine Zeitkapsel ein. © Susanne Riese

Bei OB Sierau stößt das Vorhaben allein aufgrund seines Namens auf Begeisterung – auch wenn der noch von einer veralteten, deutlich tribünenartigeren Version stammt. „Wir sind stolz auf unsere Südtribüne“, sagte er, das Projekt werde Dortmund als alter Double-Stadt gerecht.

Wassereinbrüche machen dem Bunker Probleme

Er betonte aber auch die Erinnerungskultur, die mit dem besonderen Bauprojekt verbunden ist. Das bedeute eine Herausforderung und fordere einen sensiblen Umgang.

Wie schwierig das mitunter rein praktisch sein kann, zeigten die vergangenen Wochen. Durch die Bauarbeiten an der Oberfläche und das notwendige Abtragen der Deckschicht war es zu Wassereinbrüchen gekommen. Sierau: „Ich hoffe, dass das kein Aquarium wird, sondern eine Erinnerungsstätte.“

Investor will den Bunker unter der „Südtribüne“ retten

Bunkerwart Harry Lausch bei der vorerst letzten Führung durch den Befehlsbunker Mitte Januar. Die schwere Stahltür wird in den nächsten Monaten nicht für Besucher geöffnet. © Janis Büse

Bunkerwart Harry Lausch hatte Mitte Januar etwas verzweifelt Dokumente und Material so gut es ging aus den klammen unterirdischen Räumen gerettet und das Mobiliar abgedeckt.

Jetzt ist er aber guter Dinge. „Das Wasser dringt an den bekannten Stellen ein, aber es könnte schlimmer sein“, sagt er. Fast täglich kontrolliert er den Zustand der 1943/44 gebauten Befehlsstelle.

Neue Deckschicht soll den Bunker wieder abdichten

In etwa vier Wochen soll die neue Deckschicht auf dem Flachbunker komplett sein, verspricht die Baufirma. „Dann ist der Bunker wieder wasserdicht und wir können mit der Trocknungsphase beginnen“, so Harry Lausch. Belüftungsanlage und Bautrockner stehen parat.

Nach den jüngsten Wasserschäden und vielen Jahren extrem hoher Luftfeuchtigkeit wird sich auch eine Schimmelsanierung nicht vermeiden lassen. Harry Lausch hofft, ab Herbst 2020 wieder Touren durch die Bunkeranlage anbieten zu können.

An der Oberfläche schreiten die Bauarbeiten zügig voran. Die Ausführungsplanung übernimmt die Duisburger Architekturfirma Planquadrat. Auf dem 5.700 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 65 Wohnungen mit 40 bis 104 Quadratmetern, 60 Parkplätze und eine kleine Gewerbeeinheit.

Großzügige Fenster, ein begrünter Innenhof und der benachbarte kleine Park mit Spielflächen sollen den zukünftigen Bewohnern das Gefühl geben, im Grünen und doch mitten in der Stadt zu wohnen.

Wohnhaus schwebt auf drei Säulen

Der Bunker, über dem das Wohnhaus auf drei Säulen schwebt, verleiht dem Ganzen einen besonderen Reiz. Gerhard Wittfeld von „Kadawittfeld Architekten“ in Aachen betonte bei der Grundsteinlegung die besondere Verbindung zur Geschichte durch diese Anlage. „Die Qualität des Wohnens wird sich auch über diesen besonderen Kontext definieren.“

Investor will den Bunker unter der „Südtribüne“ retten

Projektbeteiligte und Gäste versammelten sich auf dem Baugelände an der Leipziger Straße. © Susanne Riese

Durch das Luftgeschoss über dem Flachbunker, der als offenes Parkdeck geplant ist, erhalte der geschichtsträchtige Ort seine Eigenständigkeit.

Der Bau der Südtribüne wird laut CG Gruppe voraussichtlich Mitte 2021 abgeschlossen sein. Die Vermarktung soll im Frühjahr nächsten Jahres beginnen, wenn der Rohbau und eine Musterwohnung fertiggestellt sind.

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