Zur Kontaktnachverfolgung holte sich die Stadt Dortmund Hilfe von der Bundeswehr. Unser Archivbild zeigt Obergefreite Melissa Fritzenkötter beim Einsatz im Gesundheitsamt. © picture alliance/dpa
Corona-Zahlen in Dortmund

Inzidenz über 200: Kommt das Gesundheitsamt mit der Arbeit noch hinterher?

Die Inzidenz steigt in Dortmund, über 2000 Menschen sind momentan infiziert. Kommt das Gesundheitsamt mit der Kontaktnachverfolgung noch hinterher? Wie ist das Team personell aufgestellt?

Die Infektionszahlen in Dortmund steigen und steigen. Am Montag wurde die kritische 200er-Marke gerissen.

270 Neuinfektionen meldete die Stadt am Dienstag (20.4.), das ist die höchste Zahl an Neuinfizierten in diesem Jahr. Kommt das Gesundheitsamt angesichts dieser Werte an seine Grenzen?

Es wird aufwendiger

Anfang des Monats gab Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner zu, dass sich die Zunahme der Britischen Mutation auf die Arbeit des Gesundheitsamts auswirke. Die Kontaktnachverfolgung sei aufwendiger, für mehr Menschen müsse eine Quarantäne ausgesprochen werden. „Es muss viel genauer nach Kontakten geschaut werden, eben weil die Übertragungsrate wesentlich höher ist.“

150 bis 180 Fälle, je nach den Umständen, in denen sie auftreten, könne das Gesundheitsamt täglich bewältigen, erklärte Birgit Zoerner am 14. April in einem Interview mit unserer Redaktion.

Das Gesundheitsamt hat das Personal aufgestockt

Wenige Tage vor diesem Interview nannte die Stadt uns die aktuellen Mitarbeiterzahlen des Gesundheitsamtes. Etwa 165 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien im Fall- und Kontaktmanagement tätig.

Darunter 80 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, 35 Soldaten, 20 Studierende und etwa 30 Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung.

Zu dieser Zeit (Stand: 9.4.) lag die Inzidenz noch um 100, sie war also nur halb so hoch wie aktuell.

Trotzdem hat das Gesundheitsamt aktuell nur circa fünf Mitarbeiter mehr für das Kontaktpersonen-Management im Einsatz, insgesamt circa 170 Mitarbeiter.

Inzwischen (Stand: 20.4.) seien 15 weitere Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung in der Kontaktnachverfolgung im Einsatz, gleichzeitig aber zehn Mitarbeiter weniger aus dem Gesundheitsamt selbst.

Diese zehn Mitarbeiter sind nach Informationen der Stadtsprecherin Anke Widow weiterhin ins Pandemiegeschehen eingebunden, nur an anderer Stelle.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken sagte während der vergangenen Pressekonferenz der Stadtspitze (20.4.), dass die Ermittlung von Fällen und Kontaktpersonen im Verlauf zum Wochenende um ein bis zwei Tage zurücklag. Grund sei, dass am Wochenende nicht genauso viele Mitarbeiter im Einsatz seien wie unter der Woche.

Er versicherte aber: „Wir haben sicherlich einen ausreichenden Mitarbeiterstamm.“ Und: „Das heißt nicht, dass wir nicht auch mal einen Einzelfall haben, der auch mal einen Tag über Nacht liegenbleibt, aber grundsätzlich sind wir jetzt wieder auf der Höhe.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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