Ist die Wallsperrung wirklich so kurzfristig nötig? Kritik am Vorgehen der Stadt

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Nuns also doch: Der Wall ist in Höhe Westentor in Fahrtrichtung Süden in den nächsten Tagen gesperrt. Beim Handel stößt das Hin und Her um die Sperrung auf Kritik.

Dortmund

, 18.11.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am frühen Montagmorgen (18.11.) wurden die Sperrgitter aufgebaut. Vor dem Hotel Unique am Hiltropwall fahren in Richtung Süden keine Autos mehr. Die Folge waren zeitweise Staus auf dem Königswall, weil der Verkehr am Westentor über die Rheinische Straße abgeleitet wird.

Ob und wann die Baustelle eingerichtet wird, war am frühen Montagmorgen zunächst noch unklar. Denn die Stadt hatte über das Wochenende für reichlich Verwirrung rund umd die Sperrung gesorgt. Die war am Freitagnachmittag kurzfristig für den nachfolgenden Samstag (16.11.) angekündigt worden. Doch über das Wochenende blieb die innerhalb der DEW-Baustelle am Wall verbliebene Fahrspur noch frei.

Verwirrung im Sperrung

Die Verwirrung um die Sperrung ärgerte nicht nur viele Autofahrer, sondern auch den Dortmunder Handel.

„Gerade im beginnenden Weihnachtsgeschäft, auf das der stationäre Handel besonders angewiesen ist, muss jede nicht unabdingbar notwendige Baumaßnahme im Straßenraum vermieden werden. Zumindest müsste frühzeitig und transparent informiert werden, was aber weder jetzt noch an anderen Stellen immer der Fall ist“, kritisierte Thomas Schäfer als Geschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland.

Er äußerte auch Zweifel, dass die Baustelle zur Sondierung möglicher Blindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs so kurzfristig nötig geworden ist. „Weshalb also hat man diese Maßnahme nicht früher durchgeführt oder erst nach Schluss des Weihnachtsgeschäfts?“, fragt Schäfer mit Hinweis auf die ohnehin schon große Beeinträchtigung des City-Handels durch Baustellen.

Suche nach Bombenblindgängern

Die Stadt hatte die kurzfristigen Baustellen mit der Suche nach Bombenblindgängern im Umfeld des Klinikviertels begründet. Zwei ermittelte Blindgänger im Bereich Luisenstraße und Beurhausstraße sollen wahrscheinlich am zweiten Januar-Wochenende (11./12.1.2020) entschärft werden.

Weil man bei der Auswertung alter Luftbilder auf weitere Verdachtspunkte im Wallbereich gestoßen war, hatte man am Donnerstag (14.11.) im städtischen Krisenstab entschieden, auch dazu Sondierungsarbeiten zu starten. Die Überlegung ist, eine möglicherweise nötige Entschärfung dann ebenfalls im Januar in Angriff zu nehmen, um die nötige Evakuierung weiter Teile der City und des Klinikviertels damit zu begrenzen.

Nur eine Spur am Hiltropwall

Außer am Hohen Wall finden deshalb zurzeit Sondierungsarbeiten auch im Bereich Stadtgarten und Platz der Alten Synagoge statt. Deshalb steht auf einem kurzen Stück des Hiltropwalls vor dem Opernhaus seit Samstag nur eine Fahrspur für den Autoverkehr zur Verfügung. Rad- und Fußverkehr müssen an der Kreuzung Umwege in Kauf nehmen.

Ist die Wallsperrung wirklich so kurzfristig nötig? Kritik am Vorgehen der Stadt

Auch im Bereich Hiltropwall/Südwall/Hansastraße kommt es durch die Sondierungsarbeiten zu Behinderungen. © Oliver Volmerich

Gesperrt ist auch die übliche Rechtsabbieger-Spur vom Südwall in die Hansastraße. Die rechte Spur des Südwalls ist deshalb nun für Rechtsabbieger reserviert. Auch das führt zeitweise zu Rückstaus.

Ziel der Stadt ist, die Sondierungs-Baustellen möglichst bis Ende der Woche zu beenden. Rechtzeitig zum Beginn des Weihnachtsmarktes sollen die Sperrungen wieder aufgehoben werden. Dann dürfte auch feststehen, ob sich der Blindgänger-Verdacht bestätigt hat.

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Auf dem Dortmunder Wallring droht ab Samstag (16.11.) ein Verkehrschaos. Insbesondere aus westlicher Richtung wird es für Autofahrer schwer, überhaupt in die Stadt zu kommen. Von Oliver Volmerich

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