Ja zum Tunnel zwischen Brackel und Scharnhorst

hzRadfahrer und Fußgänger

Seit Jahren wird über einen Rad-Tunnel zwischen Brackel und Scharnhorst gestritten. Nun hat das Projekt eine Hürde genommen. Ob der Tunnel gut für die Natur ist, bleibt umstritten.

Brackel

, 31.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Befürworter sehen in ihm einen „Baustein der Verkehrswende“, Kritiker fürchten eine Verschandelung der Landschaft: Ein möglicher Tunnel für Radfahrer und Fußgänger zwischen Brackel und Scharnhorst ist seit Jahren hoch umstritten.

Am Donnerstag (30. Januar) hat die Bezirksvertretung Brackel auf Antrag der SPD und mit den Stimmen der CDU für den Tunneldurchstich zwischen der Verlängerung der Straße Buschwiese auf Brackeler Gebiet und Am Wirksfeld in Scharnhorst/Kurl gestimmt.

Damit hat die Bezirksvertretung einen alten Beschluss aus dem Jahr 2011 revidiert. Damals hatten sich die Politiker Sorgen um die Qualität des Naturschutzgebietes gemacht, wenn es weiterhin von Wegen durchzogen wird. Die Bezirksvertretung Scharnhorst dagegen setzt sich bereits seit Jahren für den Durchstich ein.

Militärgelände war jahrelang nicht zugänglich

Die Grünen mochten der Argumentation der SPD nicht folgen. Das Gebiet sei jahrelang Militärgelände gewesen und habe dementsprechend nicht von der Öffentlichkeit betreten werden dürfen. Das sei ein Segen für die Natur gewesen.

Schon seit dem Bau der kleinen Brücke über den Körnebach habe sich die Situation leider verändert: Beiderseits des Weges seien in den angrenzenden Wäldern und besonders rund um den Wulfschen Teich zahlreiche Trampelpfade zu sehen, vermutlich besonders durch Spaziergänger mit Hunden, die ihre Vierbeiner hier frei laufen, toben und im Teich baden lassen.

An der Brücke über die Körne endet auf Scharnhorster Gebiet der Weg. Im Hintergrund ist die Bahnstrecke Dortmund-Hamm zu erkennen. Dort soll der Tunnel-Durchstich erfolgen.

An der Brücke über die Körne endet auf Scharnhorster Gebiet der Weg. Im Hintergrund ist die Bahnstrecke Dortmund-Hamm zu erkennen. Dort soll der Tunnel-Durchstich erfolgen. © Karl-Heinz Czierpka

Grünen-Bezirksvertreter Dietmar Plieth sagte: „Im Sommer finden am Teich Grillfeten statt mit entsprechenden Müll-Hinterlassenschaften. Auch sonst findet man an einigen Stellen wilde Müllecken.“ Zahlreiche Autos würden zu allen Jahreszeiten direkt vor der Schranke der Panzerstraße zum Naturschutzgebiet geparkt, obwohl die Zufahrt mit dem Auto auch bis dorthin verboten sei.

Es müsste also dringend etwas zum Schutz dieses Naturschutzgebietes getan werden, statt durch eine weitere Öffnung des Weges durch Untertunnelung der Bahnlinie nach Scharnhorst noch mehr Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr anzulocken.

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Ein weiteres Argument gegen den Tunnel seien die Kosten, die

durch Untertunnelung der Bahnstrecke entstünden. Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Heide Kröger-Brenner (Bündnis 90/ Die Grünen) argumentierte, Freizeitradler und Erholungs-Spaziergänger sollte ein Umweg über den Körnebachradweg und durch das Gebiet Alte Körne nicht stören.

Doch es blieb beim Nein von Dietmar Plieth und der Enthaltung von Heide Kröger-Brenner, sodass der SPD-Antrag angenommen wurde.

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