Job mit vielen Seiten

"Mein Hobby ist nun mein Beruf", erklärt Michael Förster-Neufeld. So lange der 31-Jährige sich erinnern kann, hat er gern und viel gelesen.

03.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne Lesen läuft in seinem Traumberuf nichts. Förster-Neufeld möchte Buchhändler werden. Seit Mitte November wird er ausgebildet, von LiDO, dem Verbund Dortmunder Stadtteilbuchhandlungen, der damit neue Wege geht. Denn so etwas hat es in dieser Form in Dortmund noch nicht gegeben.

Nach einem vorher festgelegten Plan arbeitet Förster-Neufeld in verschiedenen Buchläden. Hierdurch erhält er Einblicke in viele unterschiedliche Geschäfts-Bereiche, die ihm ein kleiner Betrieb nicht bieten kann.

Lächeln hilft

Die Verbindung von Literatur und der Kontakt mit Menschen macht für den Bochumer den besonderen Reiz aus. "Es ist schön, Kunden ein Buch empfehlen und helfen zu können." Manche Kunden kommen mit diffusen Angaben wie etwa "das Buch ist rot", kennen weder Autor noch Titel. "Dann muss ich suchen, zuerst bei den Bestsellern und Neuerscheinungen." Negative Erlebnisse seien sehr selten - gerade, wenn man positiv und offen auf Menschen zugehe. "Auch ein Lächeln hilft."

"Wer Buchhändler werden möchte, sollte ein breites Wissen haben und vielseitig interessiert sein. Denn jeden Tag kommen die unterschiedlichsten Kunden mit den verschiedensten Wünschen und wollen gut beraten werden", zählt Klaus Niehörster von gleichnamigen Buchhandlung in Brackel - Förster-Neufelds erster Ausbildungsbetrieb - einige Voraussetzungen auf. Eine bestimmte Schulbildung als Zugangsvoraussetzung gibt es jedoch nicht. Förster-Neufeld konnte, auf Grund seiner Vorbildung - er ist studierter Germanist - die reguläre Ausbildungszeit von drei auf zwei Jahre verkürzen.

"Es gibt immer noch viele, die denken, dass die Hauptaufgabe in diesem Beruf ist, während der Arbeitszeit zu lesen", warnt Niehörster vor falschen Vorstellungen. "Das ist eine Illusion. Verkaufen steht im Vordergrund."

Sollte sich diese Form der Ausbildung bewähren, wollen die Stadtteilbuchhändler erneut einem jungen Menschen eine Chance geben. Bisher sei die Resonanz von Seiten der Kundschaft durchweg positiv. Ebenso übrigens auch die Chancen für Förster-Neufeld, nach der Ausbildung übernommen zu werden. "Wenn er seine Sache gut macht, kann er bleiben. Wir bilden schließlich Buchhändler für uns aus und nicht für den Markt." ar

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