Jugend-Bande greift Nachtschwärmer am Dortmunder U an

Mehrere Opfer

Sie warfen mit einer Flasche, traten einen 18-Jährigen die Treppe hinunter, forderten Geld: Eine Gruppe Jugendlicher hat in der Nacht zu Samstag Partygänger in der Umgebung des U-Turms angegriffen. Die Polizei nahm mehrere Mitglieder der Bande fest - bei einem zogen sie ihre Waffen.

DORTMUND

, 20.11.2017, 15:25 Uhr / Lesedauer: 3 min
Das Dortmunder U.

Das Dortmunder U. © Matthias Duschner (Archivbild)

Die Polizei spricht in ihrer Pressemitteilung vom Montag von einer „marodierenden“ Gruppe Jugendlicher, die die Gegend rund um das Dortmunder U in der Nacht zu Samstag zu einem gefährlichen Pflaster gemacht hat.

Der erste Vorfall geschah gegen 0.15 Uhr in der Ritterstraße. In der Nähe des FZW gab es eine „körperliche Auseinandersetzung“ auf offener Straße, wie die Polizei schreibt. Als ein Streifenteam, das zuvor von Zeugen gerufen worden war, sich den Streitenden näherte, warnte sie ein Zeuge, dass einer der Angreifer mit einer Stichwaffe bewaffnet sei.

„Dieser rannte in diesem Moment den Beamten mit einem verdächtigen Gegenstand in den Händen entgegen“, so die Polizei. Die Beamten zogen ihre Dienstwaffen. Der Tatverdächtige, ein 16-jähriger Dortmunder, legte sich auf ihren Befehl hin auf den Boden und ließ sich festnehmen.

Glassplitter trafen 31-jährige FZW-Besucherin im Gesicht

Nach Aussage einer der beiden Angegriffenen, einer 31-Jährigen aus Dortmund, hatte sie mit ihrem Mann, einem 42-jährigen Dortmunder, gerade das FZW verlassen, als ihnen zwei junge Männer entgegenkamen. Plötzlich warf einer der beiden Männer eine Flasche in Richtung des Pärchens. Sie landete auf der Motorhaube eines wartenden Autos und zersplitterte. „Splitter trafen die 31-Jährige im Gesicht“, schreibt die Polizei.

Als die 31-Jährige die Angreifer zu Rede stellen wollte, schlug ihr einer der Jugendlichen mit der Faust gegen die Stirn. Als ihr Ehemann ihr zur Hilfe kommen wollte, wurde dieser von dem 16-jährigen Tatverdächtigen mit einem Schraubendreher bedroht.

Angreifer schmissen View-Gäste zu Boden und traten sie

Nur eine halbe Stunde später, gegen 0.45 Uhr, musste die Polizei erneut in die Gegend ausrücken, diesmal zum nur wenige hundert Meter entfernten Vorplatz des U-Turms. Wie ein 17-Jähriger aus Witten den eintreffenden Beamten sagte, hatte er gerade mit Freunden eine dortige Diskothek - das View - verlassen, als er aus einer Gruppe von etwa sieben Menschen auf eine Karte für eine Party angesprochen wurde.

Als der Wittener ihnen keine gab, wurde er sofort von einem der Männer geschlagen. „Dann wurde er zu Boden geworfen und von mehreren Personen getreten“, schreibt die Polizei. „Auch einer seiner Begleiter wurde durch Mitglieder der Gruppe brutal angegangen. Anschließend entfernten sich die Tatverdächtigen.“

Getretener fiel die Treppe hinunter

Den letzten Angriff gab es um 1.25 Uhr, wieder an der Leonie-Reygers-Terrasse. Ein 18-Jähriger aus Bönen hatte gemeinsam mit drei Begleitern das View im Dortmunder U verlassen, weil einem seiner Freunde schlecht geworden war. Eine andere Gruppe näherte sich den vier jungen Männern und fragte sie, ob sie Hilfe bräuchten. Als der Bönener und seine Freunde das „dankend ablehnten“ (Polizei), wurde der 18-Jährige in den Rücken getreten, so dass er eine Treppe am Rande des Platzes hinunterfiel. Einer der Angreifer forderte daraufhin „das Handy oder Geld“. Doch die Gruppe um den Bönener konnte fliehen.

Die Polizei leitete eine Fahndung ein - und war erfolgreich: Ein 14-Jähriger und ein 17-Jähriger aus Dortmund, auf die die Täterbeschreibungen der Geschädigten sehr genau passten, wurden in der näheren Umgebung des Tatorts gefunden und festgenommen.

Ermittlungen: Angreifer waren auch bei vorherigen Taten involviert

Im Zuge der Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass der 17-jährige Dortmunder zuvor auch an dem Angriff an der Ritterstraße beteiligt gewesen sein könnte. Auch für die Körperverletzung gegen den Wittener ergaben sich Hinweise auf die möglicherweise Täterschaft der beiden Tatverdächtigen.

Alle drei jugendlichen Tatverdächtigen wurden vorübergehend festgenommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen beziehungsweise in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten übergeben. Die Ermittlungen dauern an.

Zeugen oder weitere Geschädigte, die zum fraglichen Zeitpunkt ebenfalls aus der beschriebenen Gruppe angegangen wurden, können sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Dortmund unter der 0231 132 7441 melden.
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