Für Kaffeegenießer führt der Weg jetzt nach Hörde

hzKaffeerösterei

Deutsche Kaffeetrinker werden immer geschmacksbewusster. Wer beim Genuss keinen Kompromiss eingehen will, sollte Ulrike Zombek in Hörde kennenlernen.

Hörde

, 01.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deutschland hängt beim Kaffee-Genießer-Trend etwas hinterher, profitiert aber trotzdem davon, dass die Kaffeetrinker im Ausland immer wählerischer werden. „Der Kaffeemarkt entwickelt sich“, sagt Ulrike Zombek (52), „immer mehr Kunden kaufen ganze Bohnen“.

Für die Kaffeerösterin war deshalb die Zeit reif, echten Genießern etwas Besonderes zu bieten. An der Wellinghofer Straße 15 in Hörde eröffnet sie am Samstag (2.11.) ihr Hakondo Handelskontor. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Kaffeerösterei.

Trommel-Röstmaschine im Einsatz

Ulrike Zombeck hat schon immer „im Kaffee gearbeitet“, wie sie es nennt. Jetzt der Schritt in ein neues Geschäftsmodell. Auf die Frage, wozu Hörde eine Kaffeerösterei braucht, kommt sie ins Schwärmen. Denn mit ihrer Trommel-Röstmaschine hat sie viele Stellschrauben, um Kaffee anzubieten, den es so nicht im Handel gibt.

Im Mittelpunkt ihres Angebots steht das „blending after Roasting“. Jede Bohnensorte (z.B. Arabica oder Robusta) wird zunächst sortenrein geröstet, mit angepasster Röstzeit, und dann gemischt. In ihrem Geschäft bietet Ulrike Zombek eigene Mischungen an (Espresso, Kaffee Creme und Kaffee Crema), aber auch sortenreine Kaffees, sodass ihre Kunden sich eigene Mischungen herstellen können.

Schnell und heiß geröstet

„Bei industriellem Kaffee läuft das anders“, sagt Ulrike Zombek. „Da werden die Bohnen zuerst gemischt und dann schnell und heiß geröstet.“ Das werde den einzelnen Sorten aber nicht gerecht, so Zombek. Außerdem könne man mit längerer Röstzeit Bitterstoffe und ätherische Öle „herausrösten“.

Röstzeit, Temperatur und die Mischung verschiedener Bohnen: Die Möglichkeiten, die rund 800 Aromen, die im Kaffee schlummern, zu kombinieren, sind praktisch unendlich. Deshalb bietet die Rösterin an, ihren Kunden individuelle Kaffees zu mischen – eigenen Kaffee als Werbegeschenk für Firmen oder einmaligen Kaffee für die Hochzeitsfeier.

Erst probieren, dann kaufen

Die Kaffeerösterei in Hörde ist kein Café, trotzdem stehen hinter der Theke mehrere Kaffee-Maschinen. Denn die Kunden dürfen probieren, was sie kaufen.

Die dekorative Trommel-Röstmaschine steht in der Mitte des Geschäftes und wird ab Samstag fast täglich laufen. Ihre Nachbarn, so Ulrike Zombek müssten keine Sorgen wegen möglicher Geruchsbelästigungen haben, die Abluft wird durch ein aufwendiges Filtersystem geleitet.

Für Kaffeegenießer führt der Weg jetzt nach Hörde

Vor der Röstung sind Kaffee-Bohnen klein und grün. Nach der Röstung sind sie schwarz und größer, weil der Wasseranteil die Bohne aufploppen lässt. © Holger Bergmann

An der Wellinghofer Straße rechnet Ulrike Zombek nicht mit Laufkundschaft. Deshalb, und um Zeit zum Rösten zu haben, bietet sie nur eingeschränkte Öffnungszeiten an. Den Werksverkauf gibt es dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 18 Uhr und an jedem ersten Samstag im Monat von 9.30 bis 13.30 Uhr (Markttag).

Vorfreude auf viele Beratungsgespräche

Ulrike Zombeck hofft auf viele gute Fach-Gespräche mit ihren Kunden und viele Möglichkeiten zur Beratung. Sie selbst, so verrät sie, trinkt praktisch den ganzen Tag über Kaffee – Espresso oder Kaffee Creme, egal – und mit dem Einschlafen hat sie abends trotz des vielen Koffeins keine Probleme.

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Über den Trend, dass immer mehr Menschen ihre Leidenschaft teilen, ist sie sehr glücklich. „Deutschland hat beim Kaffee lange hinterhergehinkt“, sagt sie. Hier wurde länger als im Rest Europas vor allem Filterkaffee aus vorgemahlenen Bohnen getrunken. Beim Wort „Die Krönung“ rollt sie mit den Augen.

Bewusstsein der Kunden schärfen

Den Wandel führt sie auf die Einführung fair gehandelten Kaffees zurück. Das habe das Bewusstsein der deutschen Konsumenten geschärft. Bei der Erwähnung von Kaffeekonsum aus Pappbechern mit Plastik-Deckeln muss Ulrike Zombek tief einatmen. „Schon alleine der Müll...“, sagt sie, um Worte ringend.

Sie will im Hakondo Handelskontor die Alternative für Freunde bewussten Kaffee-Konsums anbieten.

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