Kampf gegen Falschparker: Radverbände wollen 100 Verkehrsüberwacher mehr für Dortmund

Verkehr in Dortmund

Zugeparkte Bürgersteige, Einfahrten und Radwege sind ein Dauerproblem in Dortmund. Mehrere Radinitiativen fordern von der Stadt bedeutend mehr Personal für den Kampf gegen Falschparker.

Dortmund

04.12.2019, 08:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kampf gegen Falschparker: Radverbände wollen 100 Verkehrsüberwacher mehr für Dortmund

Hier ist kaum noch ein Durchkommen. © VeloCityRuhr

„Dortmund will Fahrradstadt und ‚das Kopenhagen Westfalens’ werden, aber bekommt das Problem der Falschparker einfach nicht in den Griff“: Das sagt Peter Fricke von „VeloCityRuhr“ und „Aufbruch Fahrrad“.

Deshalb unterstützen die Radverbände „Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club“ (ADFC), „Aufbruch Fahrrad Dortmund“, „Verkehrsclub Deutschland“ (VCD) und „VeloCityRuhr“ jetzt den Vorstoß der Bezirksvertretungen Huckarde, Brackel, Innenstadt-Nord und -Ost, Falschparker besser zu kontrollieren.

Schulnote 6 für Überwachung von Falschparkern auf Radwegen

Denn die Unzufriedenheit bei der Verkehrsüberwachung sei groß, so die Radverbände. Laut ADFC-Fahrradklima-Test geben 59 Prozent der Befragten der Stadt Dortmund bei der Überwachung von Falschparkern auf Radwegen die Schulnote 6. Weitere 25 Prozent vergaben die Schulnote 5.

Jedoch sind nicht nur Fahrradfahrer von diesem Problem betroffen, so Fricke. Denn auch Fußgänger müssen häufig wegen zugestellter Gehwege auf die Fahrbahn ausweichen.

Das stellt insbesondere für Kinder eine große Gefahr dar, weil diese an zugeparkten Kreuzungen nichts sehen und nicht gesehen werden. Außerdem ärgern sich Anwohner über zugestellte Einfahrten und zerstörte Grünflächen.

Zahl der Stellen im Außendienst zu gering

Deswegen hatten die Bezirksvertretungen dem Rat empfohlen, deutlich mehr Mitarbeiter für die Kontrolle von Falschparkern einzustellen.

Denn der Grund für die massiven Probleme ist laut Jan Rocho von Aufbruch Fahrrad, dass die Zahl der Stellen im Außendienst der Verkehrsüberwachung – auch nach einer Aufstockung kürzlich – mit rund 40 viel zu gering sei. Bei einem derartigen Personalmangel kämen auch die engagiertesten Mitarbeiter nicht hinterher.

Düsseldorf habe im Vergleich 163 und Köln sogar 277 Planstellen. Werner Blanke vom ADFC meint, dass der Bedarf in Dortmund bei mindestens hundert zusätzlichen Stellen liegen würde. Die jüngste Aufstockung um zwölf Stellen sei dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange keine Lösung für das Problem.

„Es geht nicht um Abzocke, sondern um die Verkehrssicherheit“

In den Bezirksvertretungen sei das Problem längst erkannt worden. Nur der Rat habe noch keine Entscheidung getroffen. Deshalb warnt Blanke vor einer Verschleppung des Problem, indem zunächst die vollständige Besetzung der neuen Stellen abgewartet werden würde.

„Eigentlich gibt es kein vernünftiges Argument gegen mehr Stellen in der Verkehrsüberwachung“, betont Lorenz Redicker vom VCD, „denn hier geht es nicht um Abzocke von Autofahrern, sondern vor allem um die Verkehrssicherheit.“

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