Kampfsporttrainer (59) soll Sportschülerin (15) drei Mal vergewaltigt haben

hzTaten in Dortmund

Ein Kampfsporttrainer aus Castrop-Rauxel steht vor Gericht. Der 59-Jährige soll in seiner Dortmunder Wohnung eine Sportschülerin vergewaltigt haben - nach Jahren kommen nun Details ans Licht.

Bochum/Dortmund/Castrop-Rauxel

, 04.03.2020, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anklage schildert drei brutale Vergewaltigungen, der Angeklagte schweigt: Ein Kampfsporttrainer aus Castrop-Rauxel wird seit Mittwoch von seiner mutmaßlich dunklen Vergangenheit eingeholt. Der 59-Jährige soll 1991 und 1993 eine anfangs 15 Jahre alte Kampfsportschülerin vergewaltigt haben. Einer der Tatorte war laut Anklage die damalige Wohnung des Angeklagten in Dortmund. Die zwei anderen Sex-Taten sollen sich jeweils in der Umkleidekabine eines Bochumer Kampfsportvereins ereignet haben.

Zum Prozessauftakt vor der 10. Strafkammer berief sich der Angeklagte auf sein Schweigerecht. „Der Mandant wird zurzeit keine Angaben zu den Vorwürfen machen“, erklärte Verteidiger Peter Strüwe. An einem der kommenden Prozesstage soll nun das inzwischen bereits über 40 Jahre alte, mutmaßliche Vergewaltigungsopfer aussagen.

Glaubwürdigkeitsgutachten eingeholt

Wie am Rande des Prozesses bekannt wurde, hatte die inzwischen in Süddeutschland lebende Frau sich im Jahr 2015 entschlossen, eine Strafanzeige wegen der mutmaßlichen Übergriffe durch ihren früheren Kampfsporttrainer zu erstatten. Nach anschließender Einholung eines Glaubwürdigkeits-Gutachtens, aufwändiger Zeugensuche sowie intensiver Prüfung der zwischenzeitlich mehrfach veränderten rechtlichen Verjährungs-Problematik, wurde der Fall schließlich 2018 von der Bochumer Staatsanwaltschaft mit dem Vorwurf Vergewaltigung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung soll laut Anklage beim Strafmaß die gesetzliche Fassung aus dem Jahr 1987 zur Anwendung kommen.

Tatorte laut Anklage in Bochum und Dortmund

Die Anklageschrift schildert drei brutale Vergewaltigungen. Zum ersten Vorfall soll es 1991 in der Jungen-Umkleide eines Bochumer Kampfsportvereins gekommen sein, in dem sowohl der Trainer, als auch die damals 15-jährige Sportschülerin aktiv gewesen sind. Der heute 59-Jährige soll das Mädchen in die Kabine gezerrt, ihr Gesicht gegen die Wand gedrückt, sie mit einem Kampfsportgriff fixiert, entkleidet und dann vergewaltigt haben. 1993 soll sich ein solcher Sex-Übergriff fast genauso wiederholt haben: Laut Anklage wieder in der Umkleidekabine und wieder unter Verwendung eines nahezu widerstandlos machenden Kampfsportgriffs.

Im Oktober 1991 soll der Angeklagte zudem in seiner damaligen Wohnung in Dortmund über die Kampfsportschülerin hergefallen sein. Eigentlich bereits auf dem Weg zu einem Wochenend-Seminar, soll der 59-Jährige damals seinen Pkw nach Dortmund gelenkt, die junge Frau unter einem Vorwand mit in seine Wohnung genommen und vergewaltigt haben.

Für den Prozess haben die Richter vorerst noch fünf weitere Termine bis zum 26. März anberaumt.

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