Forderung an die Politik: Die Kampstraße in der City soll sich verändern

hzBündnis macht Vorschläge

Schnelle Wege durch die City wünschen sich viele Radfahrer. Ein Bündnis aus drei Verbänden hat jetzt Vorschläge vorgelegt, die auch Autofahrer und Fußgänger in der Kampstraße betreffen.

Dortmund

, 20.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist es nur ein fehlendes Zusatzschild: „Radfahrer frei“ stand unter dem Fußgängerzonen-Schild an der Kampstraße in Höhe Freistuhl. Doch das ist verschwunden.

Strenggenommen müssen Radfahrer, die von West nach Ost über die Kampstraße durch die City fahren wollen, deshalb absteigen und bis zur Hansastraße schieben, erklärt Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

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Ein Bündnis aus BUND, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) und dem ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) regt deshalb an, das Schild zu ersetzen. Aber es hat auch noch einen anderen Vorschlag, um die Radfahrbedingungen in der Kampstraße zu verbessern.

Antrag an die Bezirksvertretung

Die Umweltaktivisten schlagen vor, auf der nördlichen Fahrbahn der Kampstraße einen Radweg für Fahrten in Richtung Osten entgegen der Einbahnstraßen-Richtung zu markieren. Dazu haben BUND, ADFC und VCD einen gemeinsamen Antrag an die Bezirksvertretung Innenstadt-West vorgelegt. Die Bezirksvertretung tagt das nächste Mal am 2. Dezember.

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„Es wäre eine einfach umsetzbare Verbesserung für den Radverkehr auf der Kampstraße in West-Ost-Richtung“, erklärt Quittek. Platz sei vorhanden - wenn eine bislang ungenutzte Sperrfläche ummarkiert wird und das illegale Parken von Autos entlang der Fahrbahn zwischen Hansastraße und Freistuhl verhindert wird.

„Dort besteht derzeit ein eingeschränktes Halteverbot, an das sich aber kaum jemand hält“, erläutert Quittek.

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Die Experten würden einen klar markierten Radweg auch der Fahrt durch den Fußgängerzonen-Bereich an der Südseite der Kampstraße vorziehen. Dort komme es immer wieder zu Konflikten mit Fußgängern, stellt Quittek fest. Auch die Fußgänger würden so von einer Neuregelung profitieren.

„Der Radverkehr in der Fußgängerzone zwischen den ehemaligen Straßenbahngleisen und den Geschäften würde um etwa 80 Prozent reduziert“, schätzen die Verbände.

Umbau der Kampstraße angekündigt

Ein weiterer Vorteil, auf den die Verbände in ihrem Antrag an die Bezirksvertretung hinweisen: Der neue Radweg könnte bis zum Reinoldi-Pylon weitergeführt werden, wenn die Südseite von Kampstraße und Friedhof durch Verkaufsstände etwa während des Weihnachtsmarktes blockiert ist.

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Es wäre aber auf jeden Fall eine Lösung auf Zeit. Denn in den nächsten vier Jahren soll auch der zentrale Abschnitt der Kampstraße zwischen Petri- und Reinoldikirche zum „Boulevard Kampstraße“ umgestaltet werden. Der Baustart, der mehrfach verschoben wurde, ist jetzt für Anfang 2021 angekündigt.

Die Pläne der Stadt sehen für den „Boulevard Kampstraße“ keine festen Radspuren, sondern eine Mischverkehrsfläche vor, die sich Fußgänger und Radfahrer teilen - und möglichst Rücksicht aufeinander nehmen.

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