Kanal-Schäden nicht repariert – Absperrung steht seit Monaten

hzKanalnetz

Seit Monaten ist ein Sinkkasten für den Regenwasserkanal defekt - eigentlich kein großes Problem. Doch die Reparaturen ziehen sich hin. Und die Anwohner leben mit Sperr-Maßnahmen.

Dortmund, Hombruch

, 28.01.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im August 2019 machte sich Radoslav Res, der an der Egerstraße 53 in Hombruch wohnt, Sorgen: In unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Haus entsteht ein Mehrfamilienhaus für 36 Parteien. Würde der Kanal das Wasser schlucken, oder würden bei einem Starkregen seine Garage und sein Keller unter Wasser stehen – wie 2007 schon geschehen, fragte sich Res?

Er rief bei der Stadt an. Daraufhin kam Ende August laut Res eine nette, zierliche Frau vorbei. „Sie holte Handschuhe aus ihrem Auto, hob den Kanaldeckel im Rinnstein auf der Straße vor meinem Haus ganz locker ab, blickte hinein und stellte fest: ,Da sind Steine und Dreck drin, der muss gereinigt werden!‘“, erzählt Res. Dann habe sie den Deckel wieder auf den Kanal geschoben und sei davongefahren.

Eine Absperrung aufgebaut

Drei Tage später seien rund um den zu reinigenden Kanalkasten eine Absperrung aufgebaut und zusätzlich ein Zettel aufgehängt worden, dass vom 4. bis 9. September hier das Parken verboten sei. „Doch passiert ist an diesen Tagen nichts.“ Und viele Wochen lang blieb das auch so.

Im Oktober seien zwei Männer angerückt, hätten sich eine Spitzhacke aus ihrem Auto geholt und versucht, den Kanaldeckel mithilfe der Hacke abzuheben ­– vergeblich: „20 Minuten haben die da rumprobiert. Was die Frau ohne jedes Werkzeug geschafft hat, haben die nicht hingekriegt. Nach 20 Minuten sind die wieder abgezogen“, sagt Res.

Nur ein zerfetzter Zettel blieb

Die Absperrung aber blieb und der Defekt im Kanal ebenso – bis heute. Mehr als ein Vierteljahr ist das jetzt schon her. „Passiert ist nichts seither gar nichts“, sagt Res. Nur den Zettel mit dem Hinweis auf das Parkverbot im September, den haben Wind und Regen inzwischen zerfetzt.

Konkrete Fragen zu den Männern, die den Kanaldeckel trotz Spitzhacken-Hilfe nicht heben konnten, ließ die Stadt unbeantwortet, äußerte sich stattdessen eher allgemein. Das Tiefbauamt habe den fraglichen Sinkkasten kontrolliert und dabei Schäden festgestellt, die man von der Oberfläche her nicht habe erkennen können. Daraufhin habe man die Absperrung aufgebaut.

Ziel: Ende des ersten Quartals

Bei einer weiteren Überprüfung, so berichtet Maximilian Löchter von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage, sei klar geworden, dass eine so große Reparatur erforderlich sei, dass eine Fachfirma ran müsse.

Löchter sagt, es gebe derzeit zahlreiche defekte Sinkkästen. Ddas Tiefbauamt arbeitete sie nach einer Prioritätenliste ab. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Sinkkasten in der Egerstraße bis zum Ende des ersten Quartals 2020 repariert wird“, sagt Löchter. Bis dahin bleibt die Absperrung stehen. Miete wird dafür übrigens im Gegensatz zu vielen provisorischen Ampeln nicht fällig: Sie gehört der Stadt.

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