„Kapitulation vor der Asozialität“: Container kommen wegen Müll-Tourismus weg

hzMüll-Tourismus

Ruhestörung und Müllberge: Anwohner versuchen seit Langem, die Depot-Container an der Brandisstraße loszuwerden. Jetzt könnten sie damit durchkommen.

Lücklemberg, Wellinghofen

, 22.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Hörde waren sich in ihrer Sitzung am 16. Juni weitgehend einig: Der Depot-Container-Standort an der Brandisstraße ist nicht in den Griff zu bekommen. Die Einwurfzeiten werden nicht eingehalten, Müll sammelt sich. Die Container sollen weg.

Menschen verhalten sich asozial

So beugen sich die Kommunalpolitiker der Forderung der lärmgeplagten Anwohnern und plädieren dafür, den Standort aufzulösen – wenn auch zähneknirschend: „Das ist eine Kapitulation vor der Asozialität der Menschen.“

Es soll nun ein Ersatzstandort gefunden werden.
„Der sollte aber auf keinen Fall in der Brandisstraße liegen“, merkte Rolf Gemmecke (SPD) an. 2019 war der Stellplatz bereits ein Stück die Straße hinauf in Höhe Wipfelweg verlegt worden, die Beschwerden hielten jedoch an.

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Der Platz sei schon länger als Problemstandort bekannt, hieß es in der BV-Sitzung. Offenbar nutzen viele Bürger – auch aus entfernter liegenden Wohngebieten – die Durchfahrtsstraße, um nicht nur Glas und Altpapier, sondern ihren Haus- und Sperrmüll zu entsorgen.

„Die Hinnahme eines Fahrtourismus überschreitet bei Weitem die Zumutbarkeit, die ein Anwohner noch gewillt ist zu dulden“, beschwert sich ein Betroffener. „Das Sammeln der Wertstoffe ist eine gute Sache, aber nicht, wenn Bürger in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt werden.“

Jetzt hat auch die EDG reagiert. „Der Depotcontainer-Standort „Brandisstraße gegenüber Wipfelweg“ wird entsprechend dem Beschluss der Bezirksvertretung Hörde am 24. Juni 2020 aufgelöst“, heißt es in einem Schreiben.

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