Koch Sven Wesholek hat eine weitere Chance bekommen: Der Dortmunder kann bei der Sat.1-Sendung „Top Chef Germany“ noch Deutschlands bester Koch werden. Dabei sah es für ihn nicht gut aus.

Dortmund

, 06.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Spitzenköche aus ganz Deutschland kämpfen bei Sat.1 um den Titel „Top Chef Germany“. In der Sendung treten sie gegeneinander an, prominente Spitzenköche bewerten dann die Leistung. Die ist knallhart. Der Dortmunder Sven Wesholek flog raus, und hatte doch die Chance, ins Finale einzuziehen: In einem Kochduell, dass in der Nacht zu Donnerstag nur im Internet zu sehen war, trat er gegen seinen Kontrahenten Steffen an. Es ging um alles oder nichts, denn nur einer von beiden hatte die Chance, doch noch im Finale gegen die übrigen Köche anzutreten. Sven Wesholek hat sie genutzt. Wir sprachen mit ihm über die Herausforderung.

Herr Wesholek, Sie sind im „Top Chef Germany“-Finale. Doch um dahin zu kommen, haben die in der Sendung ordentlich Druck aufgebaut – besonders zeitlich. War es stressig?

Wenn man ins Finale kommen will, muss man eben Gas geben. Und es war mir wichtig, hier weiterzukommen.

Welche Rolle spielt Geschwindigkeit in der Küche wirklich?

Das kommt auf den Tagesablauf an. Wir wenden viel Zeit auf für die Vorbereitung. Im Abendgeschäft ist dann ein gewisser Zeitdruck da. Und es kommt immer wieder vor, dass fünf Essen gleichzeitig fertig sein müssen. Da ist ein gewisser Zeitdruck schon realistisch.

In der Sendung mussten Sie dann trotz der knappen Zeit schnell eine Idee entwickeln. Es ging um gegrilltes Obst. War klar, was Sie kochen werden?

Für mich war direkt klar: Es wird die Ananas. Mit anderem Obst habe ich beim Grillen keine Erfahrung. Bei der Ananas wusste ich, das schmeckt, alles andere baut dann drumherum auf.

Ihr Konkurrent, Steffen, wirkte etwas gestresst. Sie wurden in der Sendung gelobt für ihre positive Einstellung. Wie wichtig ist das? Bekommen sie so etwas mit beim Kochen?

Ich bin beim Kochen in meinem eigenen Film. Mich interessiert dann nicht, was die anderen machen, weil das nur ablenkt. Für mich ist es wichtig, währenddessen Vollgas zu geben.

Sie hatten dann einige Probleme, die Kokosnussmilch rechtzeitig fertig zu bekommen. Sie und die Milch werden wohl keine Freunde mehr…

Unter Zeitdruck werden wir keine Freunde mehr. Wenn man etwas nervös ist, macht man in der Sendung Fehler, die würde ich im Restaurant gar nicht machen. Das Problem war, die Milch runterzukühlen. Dafür nimmt man einfach ein flaches Blech, dann geht das schneller als in so einem dicken Topf.

Sie haben gesagt, „bei der Verkostung geht mir der Stift“. Wann sind sie am nervösesten?

Tatsächlich bin ich am nervösesten, wenn es um die Entscheidung geht. Dann sehe ich zum ersten Mal, was der andere so gemacht hat und denke: ‚Das könnte knapp werden‘. Während des Kochens bin ich nur in den ersten fünf Minuten nervös. Das legt sich durch die Arbeit. Man will unbedingt weiterkommen, und das Duell war die letzte Chance, die ich nutzen wollte. Da war die Anspannung riesig.


Wie geht es im Finale weiter? Sind Sie aufgeregt?

Ich hatte den nötigen Respekt vor dem Finale. Die Zahl der Köche ist ja auf die Hälfte geschrumpft. Früher wurde noch ein kleiner Fehler verziehen, weil ein anderer einen größeren gemacht hat. Im Finale kann ein Fehler die Entscheidung bringen und dann kann alles vorbei sein.

Sind dann die anderen harte Konkurrenten oder freundet man sich über eine solche Sendung an?

Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Wir haben uns schon sehr angefreundet. Es gibt auch kein Ellenbogenkochen. Selbst im Finale nicht. Man reicht dem Kollegen schnell etwas, wenn er was braucht oder beantwortet eine Frage.


Zahlt sich die Sendung für Ihre Karriere aus? Sie sind ja nun bekannter…

Es gab schon das eine oder andere Angebot. Doch ich bin erst frisch seit dem 1. Mai bei Schneiders angekommen. Da ist die Resonanz der Gäste interessant: Die kommen und fragen, ob ich mal rauskommen möchte und sprechen mich auf die Sendung an.

Wie fühlt es sich an, im Finale zu sein?

Es ist für mich schon ein Riesenerfolg, es bis hierher geschafft zu haben. Diesen Weg mit 26 Jahren gegangen zu sein. Ich konnte nichts mehr verlieren, weil ich schon viel erreicht habe. Deshalb bin ich mit einer gewissen Entspanntheit da hineingegangen.

Top Chef Germany

Das Finale

  • Das Finale - hier gibt es eine Vorschau - ist am 12. Juni (Mittwoch) auf Sat.1 zu sehen.
  • Die Sendung wird um 20.15 Uhr ausgestrahlt.
  • Im Finale tritt Sven Wesholek gegen die übriggeblieben Kandidaten an.
  • Die Koch-Show führte den Dortmunder und seine Kontrahenten nach Mallorca.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Halterner Zeitung „Top Chef Germany“

Neue Sat1-Show: Ist Sven (26) aus Dortmund Deutschlands bester Koch?

Bei der Koch-Show „Top Chef Germany“ auf Sat1 treten Profis an. Mit dabei ist Sven Wesholek (26), Sous Chef im Restaurant „Der Schneider“. Im Interview verrät er sein „kulinarisches Ich“. Von Gaby Kolle

Lesen Sie jetzt