Ist Karstadt Sports in Dortmund gerettet? Erste Hinweise machen Hoffnung

hzRingen um Galeria

Das Ringen um Kaufhof und Karstadt Sports geht weiter. Trotz erster Hinweise auf den Erhalt des Sporthauses bereiten sich die Eigentümer weiterhin auch auf den Tag X vor.

Dortmund

, 23.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bleibt das Karstadt-Sporthaus nun doch geöffnet? Nach bislang unbestätigten Informationen unserer Redaktion soll es inzwischen erste, inoffizielle Hinweise zumindest für den Erhalt des Sportgeschäfts am Alten Markt geben. Bei Dreier-Immobilien als Eigentümer des Hauses allerdings waren die Signale bis Mittwochabend (22.7.) nicht angekommen, wie zu erfahren war.

Das Familienunternehmen wartet seit geraumer Zeit händeringend auf das erlösende Zeichen aus der Galeria-Zentrale. Die Verhandlungen liegen Wochen zurück. Sie endeten mit dem Angebot eines Mietnachlasses.

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Doch eine Rückmeldung aus dem Galeria-Konzern ist bislang ausgeblieben. Dabei möchten die Eigentümer auch weiterhin am Mieter Karstadt Sports festhalten. Das hat erste Priorität. Aber sie wollen eben auch vermeiden, angesichts der zeitlichen Perspektive mehr und mehr in die Zwickmühle zu geraten. Ihr Horrorszenario: Das Haus muss am 31. Oktober schließen und stünde ohne Nachmieter auf unbestimmte Zeit leer. Das soll auf jeden Fall verhindert werden.

Makler soll das Feld sondieren

Deshalb fahren sie nun zweigleisig und gehen selber in die Offensive: Sie haben nach Informationen unserer Redaktion Kontakt mit einem Makler aufgenommen, um für den Tag X gerüstet zu sein - und möglicherweise rechtzeitig eine Perspektive für eine Nachfolgenutzung in Händen zu halten. Wie aus dem Umfeld zu erfahren war, soll der Makler in einem ersten Schritt zunächst den Markt für Mieter aus dem Bereich Handel sondieren.

Wohnungen kämen für das Sporthaus eher nicht infrage, heißt es. Einen förmlichen Auftrag soll der Makler noch nicht bekommen haben. Er könnte bald folgen. Eine Bestätigung von Dreier-Immobilien war dafür nicht zu erhalten. Man wolle sich dazu nicht äußern, hieß es auf Anfrage.

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Das Sporthaus ist auf der Fläche der damals gesprengten Stadt- und Landesbibliothek erbaut und 2002 eröffnet worden. Mit seiner reinen Verkaufsfläche von 6300 Quadratmetern ist das Sportgeschäft fast doppelt so groß wie die Decathlon-Filiale an der Kampstraße (3800 qm). Für den Einbau der Rolltreppen, Lüftungsanlage oder auch Oberböden hat der Konzern in Eigenregie gesorgt. Man wollte die Mietkosten im Zaum halten.

Stadtplaner denkt an Mischnutzung

Stadtforscher und -planer Stefan Kruse aus dem Büro „Junker + Kruse“ kennt den Standort und das Umfeld sehr genau. Nicht nur, weil das Büro über dem Restaurant „Cotton's“ am Markt 5 direkt gegenüber dem Sporthaus seinen Sitz hat. „Junker + Kruse“ hatten vor dem Bau des Sporthauses im Auftrag der Stadt geprüft, ob der Standort mit einem Großkino („Multiplexkino“) oder einem luxuriösen „Programmkino“ zu entwickeln sei. Varianten, die bekanntlich nie verwirklicht worden sind.

Wer würde nachfolgen?

Er glaube nicht, dass sich die Immobilie im Falle eines Auszugs von Karstadt erneut mit einem einzigen Handelsanbieter füllen lasse, sagt Kruse auf Anfrage. „Es wird sehr schwer, das Haus in seiner jetzigen Form wieder zu füllen“, so der Stadtplaner. Anbieter aus dem Einzelhandel, die durchgängig alle Geschosse belegen und im Alleingang für Vollvermietung sorgen, gebe es schlicht nicht mehr.

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Ein Umbau für Wohnungen scheidet auch seiner Meinung nach aus. „Dafür ist das Haus nicht ausgelegt.“ Alternativ komme aber eine Mischnutzung in Betracht. „Denkbar wäre, ein oder zwei Geschosse mit Einzelhandel auszustatten und Gastronomie ins Gebäude zu holen“, sagt Kruse. Für die oberen Geschosse biete sich eine Büronutzung an. „Das würde auch zum Standort passen.“

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