Kein "Metal" im Altarraum

"Natürlich achten wir darauf, dass die Konzerte auch zur Kirche passen", sagt Friedrich Laker.

14.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Eine Heavy Metal-Band kann sich der Pfarrer auch in einer Kulturkirche nicht vorstellen - "das passt schon akustisch nicht, da machen wir lieber einen Metal-Gottesdienst in der Live Station", sagt er.

Dass das Biertrinken auf den Vorraum der Kirche beschränkt werden soll, müsse man dem Publikum gar nicht erst sagen, hat Laker beobachtet: "Die Menschen benehmen sich in der Kirche automatisch anders als in einer Kneipe." Viele hätten zunächst sogar Hemmungen, zu klatschen oder allzu laut zu sein. Auch für die Rock-Musiker sind Kirchenkonzerte eine Herausforderung: wegen der besonderen Akustik, aber auch wegen des sitzenden Publikums - "im Stehen sieht man einfach nicht genug", sagt Laker.

Als Kulturpfarrer kommt er locker auf 70 Arbeitsstunden wöchentlich - die Veranstaltungen inklusive Künstlerbetreuung, Auf- und Abbau, Getränkeverkauf oder Werbung laufen neben der eigentlichen Arbeit. Dabei arbeitet die Gemeinde schon mit erfahrenen, (noch) ehrenamtlichen Programmgestaltern zusammen. Mit seinem Programm will Laker auch die Stadtteilkultur stärken - und so tritt im November die Nordstadt-Band "Ethnoah", die sich im Dietrich-Keuning-Haus gegründet hat, ebenso auf wie Panflöten-Star Matthias Schlubeck (30.11.).

Inzwischen ist die Pauluskirche Teil der "Kulturmeile", einem Kulturnetz in der Nordstadt. Regelmäßig treffen sich die Nordstadt-Kreativen, um zum Beispiel über die Initiative "NordLichter" zu sprechen: Markante, kunstvolle Gebäude sollen nachts illuminiert werden. Stolze 20 000 Euro bräuchte es dazu - aber das wäre einfach phantastisch", findet Laker. pin www.kirchenfern.net

Am 16.11., 20 Uhr gibt es ein Jazzkonzert mit Lothar Ohlmeier, Julie Sasson, Stefan Werni und Klaus Wallmeier. Eintritt frei!

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