Kind lief aus Kita weg: Jetzt reagiert der Träger der Kita

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Ein Zweijähriger war Ende August aus einer Dortmunder Kita davongelaufen. Der Kita-Träger kündigt Konsequenzen an. In der Familie des Jungen hat die Sache Spuren hinterlassen.

Dortmund

, 09.09.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 28. August war der zweijährige Jan aus der Kita Heilig Kreuz an der Kreuzstraße verschwunden. Eine Passantin hatte das Kind glücklicherweise kurz an einer Straße angetroffen und in Sicherheit gebracht, kurz bevor es am Übergang Kreuzstraße/Hohe Straße ankam.

In der Kita fiel das Fehlen von Jan erst auf, als er von der Polizei zur Kreuzstraße zurück gebracht wurde.

Wie es dazu kommen konnte, ist nach wie vor noch nicht vollständig aufgearbeitet. Mutter Marta Turowska-Jürck berichtet, dass der Schock noch nicht vollständig überwunden sei. „Ich bin sehr schreckhaft und mein Sohn ist sehr anhänglich geworden. Wir lassen ihn nicht mehr aus den Augen“, sagt die 37-Jährige.

Junge hat die Kita gewechselt

Der Junge besucht mittlerweile eine andere Kita. „Dort scheinen sie sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sagt Marta Turowska-Jürck. Die äußeren Sicherungsmaßnahmen wie hohe Tore seien auf den ersten Blick besser als in der alten Kita.

Jan war für die Eingewöhnung in der Heilig-Kreuz-Kita. Wie es dem Jungen gelang, unbemerkt die Gruppe zu verlassen und zwei Straßen im Dortmunder Kreuzviertel zu überqueren, ist bisher nicht abschließend beantwortet.

Eltern aus dem Umfeld der Kita berichten von einem Zaun, der selbst für kleine Kinder relativ leicht zu überwinden sei. Die Kita selbst beantwortet keine Anfragen und verweist auf den Träger, Katholische Kindertagesstätten östliches Ruhrgebiet gGmbH.

Träger bedauert den Vorfall

Es sei „trotz eines strukturierten und sicheren Rahmenkonzeptes der Kindertageseinrichtung“ zu diesem Vorfall gekommen, den man zutiefst bedauere.

Der Träger kündigt in einer schriftlichen Mitteilung Konsequenzen an. Die Situation vor Ort werde genau geprüft, um „mögliche Sicherheitslücken zu erkennen und zu beheben“. Die zuständige Pädagogische Regionalleitung der katholischen Kitas in Dortmund werde zudem „eine engmaschige fachliche Begleitung des Einrichtungsteams“ sicherstellen.

Fall macht bundesweit Schlagzeilen - und Eltern berichten von ähnlichen Fällen

Nils Gronemeyer, Sprecher der Katholische Kindertagesstätten östliches Ruhrgebiet gGmbH konnte am 8. September (Dienstag) noch keinen aktuellen Stand dazu nennen, welche internen Schlüsse aus dem Vorfall gezogen wurden.

Die Familie erwartet nach wie vor eine schriftliche Stellungnahme der Kita, die bisher nicht erfolgt sei. Der Fall hat bundesweit in zahlreichen Medien Widerhall gefunden.

Darüber hinaus sagt Marta Turowska-Jürck, dass sie in Kontakt mit zahlreichen Eltern aus Dortmund gekommen sei, die von ähnlichen Erlebnissen in Kitas und bei Tageseltern berichten. „Viele haben Angst sich zu melden, weil sie fürchten, ihren Kitaplatz zu verlieren“, sagt die Mutter.

Zuerst hatte Ruhr24 über die Reaktion des Trägers berichtet-

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