Kioskbesitzer offenbar mit Kopfschuss getötet

Mallinckrodtstraße

In Windeseile verbreitet sich am Mittag die Nachricht von der Bluttat: Eine junge Frau fand gegen 13 Uhr die Leiche eines 39-jährigen Kioskbesitzers – er lag erschossen hinter seiner Ladentheke.

DORTMUND

von Von Andreas Wegener

, 05.04.2006, 09:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kioskbesitzer offenbar mit Kopfschuss getötet

Der Tatort: Hier wurde 2006 der Kioskbesitzer getötet.

Zunächst bleibt auch unklar, ob es sich um einen Raubmord handelt. „Ob die Kasse geleert wurde, kann ich Ihnen noch nicht sagen“, erklärt Staatsanwalt Dr. Heiko Artkämper, nachdem er sich mit Beamten der Mordkommission das Kiosk angeschaut hat. Das Opfer hatte jedoch noch einen größeren Bargeldbetrag in seinem Portemonnaie. Rettungssanitäter und ein Notfallseelsorger kümmern sich um die Angehörigen des getöteten Kioskbesitzers. Nach Angaben von Nachbarn hinterlässt er eine Frau, eine erwachsene Tochter und jüngere Kinder. Ein 65-Jähriger, der in der Nähe ein Lottogeschäft betreibt, muss als Zeuge mit zur Polizeiwache – er hatte noch versucht, Mehmet K. erste Hilfe zu leisten.

„Ich bin total schockiert, das kann doch nicht wahr sein“, sagt eine 21-Jährige, die in der Wohnung direkt neben der Trinkhalle wohnt. Der 39-Jährige habe mit seiner Frau im Wechsel hinter dem Tresen gestanden, man kannte sich. „Ganz freundliche Leute“, berichtet sie, „wer tut nur so etwas?“ Nein, Schüsse habe sie nicht gehört. Dabei habe sie die letzten Stunden ihre Wohnung nicht verlassen. Ein paar Meter weiter steht Stefan Schimming. Auch der 31-Jährige kann das Verbrechen gar nicht fassen. „Ich war vor zwei Stunden noch da, habe Zigaretten gekauft.

Da hat der Mehmet noch da gesessen, hat einen Tee getrunken und Fernsehen geguckt. Ein super Typ, mit dem konnte ich über alles reden.“ Unter den Augen von zahlreichen Nachbarn, die das Geschehen aus den Fenstern der umliegenden Mehrfamilienhäuser beobachten, fährt die Spurensicherung an der Mallinckrodtstraße vor. Männer in weißen Anzügen machen Fotos, suchen nach Fingerabdrücken. In den Nachmittagsstunden wird es ruhiger. Am Bürgersteig entfernen Polizisten das rote Absperrband, lassen die Rollläden herunter, kleben Siegel über die Schlösser. Viele Fragen bleiben offen.

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