Dortmunder Kita wappnet sich mit Sandsäcken gegen den nächsten Regen

hzÜberflutung

Schon zweimal haben Regenmassen die Kita überflutet. Nun haben Eltern eigenhändig eine Barrikade errichtet – mit Sand aus dem kitaeigenen Sandkasten.

von Alexandra Wachelau

Eichlinghofen

, 07.07.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kita Maulwurf am Stortsweg ist am 1. Juli bereits zum zweiten Mal von Regenmassen überflutet worden. Das Gebäude selbst ist noch feucht, nun wurden Trockenlüfter aufgestellt, die die Nässe aus dem Boden ziehen sollen. Eine Prozedur, die das Kita-Team aus dem vergangenen Jahr bereits kennt. Dennoch hatte Sonja Jacobs, Vorstand der Elterninitiative, gehofft, die Trockenlüfter nie wieder einsetzen zu müssen.

Kita Maulwurf wappnet sich mit Sandsäcken gegen Regen.

Für die Sandsäcke, die die Kita vor dem nächsten Starkregen schützen sollen, musste am Wochenende der Sandkasten herhalten. © Sonja Jacobs

Nach der ersten Überflutung im September wurde das Gebäude geprüft, außerdem bekam es ein zweites Auffangbecken. Zudem wurde der Bordstein der Straße begradigt, damit das Abwasser nicht mehr in die Kita abfließt. Dass in der vergangenen Woche erneut Wasser im Gebäude stand, bereitet dem Team ein mehr als mulmiges Gefühl.

Handbefüllte Sandsäcke mit hauseigenem Sand

Daher hat man jetzt zu anderen Maßnahmen gegriffen: Eltern haben am Wochenende vor der Kita eine Sandsack-Barrikade errichtet. „Das war wirklich Arbeit, Sandsäcke sind schwerer als man denkt“, sagt Sonja Jacobs.

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Rund zehn Familien haben dafür den Sandkasten der Kita ausgegraben, passend mit Kinderschaufel und -schubkarren. „Die Kinder haben nun etwas weniger Sand zum Buddeln, aber auf Grund gestoßen sind sie bisher noch nicht“, sagt Sonja Jacobs und lacht.

Kita Maulwurf wappnet sich mit Sandsäcken gegen Regen.

Rund zehn Familien waren am Wochenende an der Sandsack-Mauer beteiligt. © Sonja Jacobs

Manche der Sandsäcke müssen nun jedes Mal, wenn ein Auto auf den Parkplatz der Kita fährt, umgeräumt werden – vorausgesetzt, es fällt kein starker Regen. Dennoch zeigt sich Sonja Jacobs erleichtert über diese Übergangslösung: „Ich habe jetzt ein viel besseres Gefühl“, sagt sie.

Das Wasser kann nun nur noch an den Seiten des Gebäudes vorbeifließen – so ist zumindest der Plan. Der Eingangsbereich, der die letzten Male besonders betroffen war, wird dagegen entlastet.

Gebäude nur noch teilweise nutzbar

Die Kinder können durch die aufgestellten Trockenlüfter nur noch im hinteren Teil der Kita spielen. Daher wird nun ein Zelt im Garten aufgestellt, unter dem sich weitere Kindergruppen aufhalten können. Auch der GHSV (Gebrauchshundesportverein) Eichlinghofen wird nun von der Kita als Ausweichquartier genutzt.

Kita Maulwurf wappnet sich mit Sandsäcken gegen Regen.

Das Abwassersystem der Kita war – trotz des neu gebauten Auffangbeckens – am 1. Juli überlastet. Die Sandsäcke sollen beim nächsten Starkregen Abhilfe schaffen. © Sonja Jacobs

In der Zwischenzeit warten alle Beteiligten auf die Prüfung des Kanals durch die Stadtentwässerung. „Wir stehen in engem Kontakt miteinander“, sagt Bezirksbürgermeister Hans Semmler. Bisher sei ihm zwar „kein allzu hoher Schaden“ zu Ohren gekommen: „Sollte dennoch eine Summe entstehen, die von der Versicherung oder dem Eigentümer nicht übernommen werden kann, so werden wir uns kümmern“, verspricht Semmler.

Das Inventar der Kita – wovon nur ein Tisch und ein Schrank einen Wasserschaden erhalten haben – wurde bereits von der Bezirksvertretung ersetzt. Dennoch bleibt bei allen Beteiligten die Frage: Wie kann ein Gebäude, das erst 2017 fertiggestellt wurde, so wenig Regen standhalten?

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