Dortmunder Kitas müssen Tausende Mundschutze selbst zusammenbasteln

hzÄrger um Corona-Schutz

Rund 160.000 Mundschutze haben Dortmunds Kitas für den Start des Regelbetriebs vom Land NRW bekommen. Doch das „Geschenk“ sorgt für Ärger: Tausende Masken kamen lediglich in Einzelteilen.

Dortmund

, 09.06.2020, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gebastelt wird in Kindergärten gern und viel. Doch auf diese Bastelaufgabe würden viele Erzieherinnen und Erzieher wohl gern verzichten. Hunderte Mundschutzmasken bekommen auch die Kitas in Dortmund in diesen Tagen geliefert. Doch ein großer Teil der Masken muss noch zusammengebastelt werden.

Im Keller des Awo-Unterbezirks am Schwanenwall und bei vielen anderen Kita-Trägern stapeln sich die Kartons. Der Inhalt: Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken. Neben FFP-2-Masken in kleinen handlichen Schachteln gibt es auch eine zweite Form - die Sono MN-Schutzmasken. Sie sind verpackt in großen Kartons.

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Der Inhalt: Mindestens je 1000 „Filtermedien“, wie es in der Beschreibung heißt, je 1000 Nasenclips und je 500 Gummibänder von 1,20 Meter Länge. Aus diesen Zutaten sollen einfache Schutzmasken gebaut werden, die dann Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas nutzen können.

Großlieferung an die Stadt Dortmund

Der Corona-Schutz ist ein „Geschenk“ der NRW-Landesregierung. Am 20. Mai hatte sie angekündigt, den Jugendämtern unter anderem zwei Millionen FFP-2-Masken und drei Millionen OP-Masken für den Arbeitsschutz der Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung zu stellen.

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Am vergangenen Mittwoch (3.6.) sind die Kartons mit insgesamt 95.000 Mund-Nasen-Schutzmasken als Bausätze und 67.200 FFP-2-Masken in der Feuerwache 4 in Hörde angekommen und am folgenden Tag kommissioniert worden, berichtete Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage. Am Freitag seien dann die ersten Kartons abgeholt, an diesem Montag (8.6.) die letzten Masken an alle Träger ausgegeben worden.

Viel Kritik in sozialen Medien

In einigen Kitas sind die Schutzmasken auch schon angekommen - was vor allem in sozialen Medien wie Twitter für jede Menge Spott und Kritik sorgt. Es sei eine Zumutung und respektlos, dass die Masken von den Erzieherinnen und Erziehern selbst zusammengebastelt werden müssten, lautet der Tenor. Einige Kitas hätten das „Geschenk“ erbost an die Landesregierung zurückgeschickt.

Wenig begeistert ist unter anderem auch Jochen Schade-Homann, Fachbereichsleiter beim Evangelischen Kirchenkreis, der 57 Kitas in Dortmund betreibt. „Das finde ich wirklich schwach“, bewertet er die Lieferung.

Was ihn wundert, ist auch, dass die einfachen Schutzmasken offen in Kartons verpackt wurden und nun mit Gummibändern und Metallclips per Hand zusammengesetzt werden sollen. Das sei nicht gerade steril, stellt Schade-Homann fest. Abgesehen davon, käme die Lieferung einige Wochen zu spät.

In vielen Kitas sind die Masken denn auch noch gar nicht angekommen. Schutzlos ist man dort trotzdem nicht. Viele Kitas hatten sich im Vorfeld schon selbst mit Mund-Nasen-Schutzmasken versorgt.

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