Lockerung der Corona-Maßnahmen als Herausforderung für die Kitas

hzMehr Kinder ab Montag?

Seit Wochen ist der Kita-Betrieb auf das Mindestmaß reduziert. Die Notbetreuung geht auch weiter - steht aber in der kommenden Woche vor zwei großen Herausforderungen.

Dortmund

, 18.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die Schulen schon bald wieder schrittweise geöffnet werden, sind Kitas in der Corona-Krise noch weit entfernt vom Regelbetrieb. Die Notbetreuung wird zwar aufrecht erhalten - doch der Montag (20.4.) und der Donnerstag (23.4.) sind zwei spannende Tage für die Träger.

Grundsätzlich gilt, dass weiterhin nur Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung haben. Dazu gehörten bislang unter anderem Ärzte, Pfleger, Polizisten, Supermarktangestellte oder Busfahrer.

Am Freitag (17.4.) hat die NRW-Regierung beschlossen, dass die Gruppe der systemrelevanten Berufe ab Donnerstag (23.4.) erweitert wird. Ab dann gehören unter anderem Hausmeister, Sicherheitsleute und Rechtsanwälte zum Kreis derer, die Anspruch auf einen Kita-Platz für ihr Kind haben.

Wie viele Lehrer melden Bedarf an?

Am Montag (20.4.) öffnen nicht nur viele Geschäfte nach langer Pause wieder, es kehren auch viele Eltern aus dem Urlaub daheim zurück und benötigen dann einen Betreuungsplatz.

Die großen Träger der Dortmunder Kitas stehen also vor einer ungewissen Woche.

Dennoch: „Wir sind da sehr entspannt“, sagt Jochen Schade-Homann, Fachbereichsleiter beim Evangelischen Kirchenkreis Dortmund - mit 57 Kitas der größte private Träger überhaupt in Dortmund.

Jetzt lesen

Bislang seien rund 140 Kinder in der Notbetreuung untergebracht und damit weniger als eigentlich gedacht. Eine Verdoppelung und sogar Verdreifachung der Plätze könne man aufgrund er bestehenden Raumkapazitäten verkraften. Standards für Hygiene und Abstand könne man einhalten, separate Eingänge seien eingerichtet.

„Wir wissen aber noch nicht, wie viele Anfragen beispielsweise von Lehrern kommen.“ Die nehmen den Dienst schrittweise ab Montag wieder auf. Eine Einrichtung habe am Freitag 9 Kinder in der Betreuung gehabt und hat für Montag 21 Anmeldungen. „Die Zahlen werden steigen“, da ist sich Schade-Homann sicher.

Am Montag stehen viele Gespräche an

51 Kitas in Dortmund betreibt der Träger Katholische Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet. Bislang sei die Notbetreuung „relativ entspannt“ abgelaufen, erklärt Birgit Sprenger auf Anfrage. Rund 90 Kinder seien im Durchschnitt in 26 Kitas betreut worden, die anderen Einrichtungen stünden in Bereitschaft zur Verfügung.

Jetzt lesen

Nach einem Treffen des Krisenstabes an diesem Wochenende werde man sich Montag intern noch einmal kurzschließen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Klar ist jedenfalls, dass sich Eltern, die zukünftig zur Gruppe der systemrelevanten Berufe gehören, ab Montag Formulare besorgen können, die sie vom Arbeitgeber unterschreiben lassen, um einen Platz für ihr Kind zu bekommen.

Jörg Loose ist bei der Awo in Dortmund zuständig für die 16 Kitas. „Wir können noch keine Einschätzung abgeben“, sagt er am Freitag. „Wir glauben aber, dass wegen der Ferien einige Kinder hinzukommen werden, deren Eltern bislang keinen Platz benötigt haben.“

Bei der Caritas läuft vorerst alles normal weiter

Die Neuen müssten dann allerdings vorerst separiert und getrennt von den anderen Kindern betreut werden. Auch die Awo-Kitaleiter besprechen sich in einer Konferenz am Montag und erarbeiten dann ein genaues Konzept.

In den sieben Kitas der Caritas werde am Montag zunächst genauso gearbeitet wie bisher, erklärt Sprecherin Sarah von Borzestowski. Alles Weitere hänge von der erwarteten Rückmeldung des Ministeriums ab.

Mit 99 Kitas in ganz Dortmund ist der städtische Betrieb Fabido der größte Träger. Eine Anfrage dieser Redaktion läuft, blieb bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (17.4., 18 Uhr) aber unbeantwortet.

Lesen Sie jetzt