Klaviermusik für Integration: Das steckt hinter dem „Open Piano“

hzSoziales Projekt

In der Innenstadt wird an vier Tagen vermehrt Klaviermusik zu hören sein. Dahinter steckt das Projekt „Open Piano for Refugees“, das Spenden für ein inklusives Musikinstitut bringen soll.

von Alexandra Wachelau

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, 10.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die österreichischen Veranstalter des Projektes „Open Piano for Refugees“ – das „offene Klavier für Flüchtlinge“ – hoffen auf gutes Wetter in Dortmund: Denn an vier Tagen, vom 15. bis zum 18. August, stellt die Organisation einen großen Flügel in die Innenstadt, auf demalle mitspielen können – und sollen.

Vor allem mit Menschen mit Migrationshintergrund möchten die Veranstalter so ins Gespräch kommen. Ziel der ehrenamtlichen Aktion sei es, für „eine positive öffentliche Präsenz von Geflüchteten“ zu sorgen, so die Mitteilung der Organisation. In Deutschland, Österreich und der Schweiz habe die Veranstaltung schon in mehr als 25 Städten stattgefunden. Die Aktion war bereits in Wien, Salzburg und Stuttgart, momentan wird noch bis zum 11. August parallel in Düsseldorf und Bonn musiziert. Nun kommt sie nach Dortmund.

Das Projekt gibt es schon seit drei Jahren, nun kommt es zum ersten Mal nach Dortmund

Das Projekt gibt es schon seit 2016. „Am Anfang hatten wir nur zehn Leute“, erinnert sich Udo Felizeter. Er ist ehrenamtlicher Organisator und war von Anfang an mit dabei. Nach drei Veranstaltungen innerhalb von Wien wurden schon bald Auftritte in anderen Städten geplant, so Felizeter. „Die Rückmeldungen sind wirklich großartig“, sagt er.

In anderen Städten habe sich mit jedem Besuch schon eine feste Anzahl an Spielern etabliert, das Gleiche soll nun in Dortmund geschehen. „Wir hoffen, dass wir viele Menschen mit Migrationshintergrund erreichen“, so Felizeter.

Die gesammelten Spenden fließen in ein inklusives Musikinstitut

Pro Tag spielen laut Veranstalter 20 bis 30 Musiker. Dabei dürfen alle, die Lust haben, am Flügel ihr Können zum Besten geben. Die drei Tage des „offenen Klaviers“ werden allerdings nicht nur zum Musizieren, sondern auch zum Spendensammeln genutzt. Die Erlöse gehen an das „vermutlich erste soziale Musikinstitut DoReMi“ in Wien. 2018 wurde es mithilfe der Spenden des „Open Pianos“ gegründet.

In dem Institut werden vor allem geflüchtete oder sozial benachteiligte Menschen mit geringem Einkommen auf musikalischer Ebene unterstützt. Es wird beispielsweise ein günstiger Musikunterricht gefördert, bei dem alle nur soviel zahlen, wie sie können. Aber auch interkulturelle Musikprojekte unterstützt das Institut, beispielsweise, indem traditionell arabische Instrumente gespielt werden. So werden auch spielerisch Deutschkenntnisse vermittelt. „Im dritten Semester konnten wir schon rund 180 Schüler verzeichnen“, so Felizeter.

Am Donnerstag, Freitag und Sonntag (15., 16. und 18. August) wird der Flügel am Westenhellweg, Ecke Hansaplatz, aufgestellt. Am Samstag (17. August) wird er beim Europabrunnen stehen. Musiziert wird voraussichtlich von 12 bis 21 Uhr.

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