Kleinwüchsiger totgeprügelt: Zählt das Geständnis eines 39-Jährigen überhaupt?

hzProzess

Bei den Ermittlungen im Fall des getöteten Ibrahim D. ist wohl nicht alles hundertprozentig abgelaufen. Vor dem Schwurgericht musste ein Polizist am Mittwoch kleine Brötchen backen.

Dortmund

, 19.11.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schon wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod des kleinwüchsigen Ibrahim D., der nun vor Gericht verhandelt wird, hatte die Polizei einen Verdächtigen ermittelt. Als dieser zur Vernehmung im Präsidium erschien, wurde er allerdings zunächst nur als Zeuge hinsichtlich seiner Rechte und Pflichten belehrt.

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Dann passierte offenbar etwas, was die Aussage nun unverwertbar machen könnte: Als der Vernehmungsbeamte den Status des 39-Jährigen im Verlauf der Befragung schließlich in „Beschuldigter“ änderte, hätte er ihn eigentlich qualifiziert belehren müssen. Er hätte dem Verdächtigen sagen müssen, dass er ab sofort keinerlei Angaben mehr machen müsse, dass er einen Anwalt hinzuziehen und jederzeit die Erhebung von Beweisen beantragen könne.

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Schläge eingeräumt

Das meiste davon ließ der Polizist aber einfach weg. Warum? „Ich hatte den Eindruck, dass er drauf und dran war, gar nichts mehr zu sagen“, sagte der Zeuge den Richtern. Deshalb habe er die Belehrung absichtlich kurz und knapp gehalten und auch nichts erwidert, als der Verdächtige einen Anwalt mit der Begründung ablehnte, dafür habe er kein Geld.

Eigentlich hätte er dem 39-Jährigen aber sagen müssen, dass Pflichtverteidiger natürlich vom Staat bezahlt werden. So sind die Angaben des Mannes nun möglicherweise im Prozess nicht zu verwerten. Der Angeklagte hatte bei der Polizei Schläge auf Ibrahim D. gestanden.

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