Klimabarometer: Was in Dortmund gegen den Klimwandel hilft - und was nicht

hzRatsbeschluss

Künftig soll sichtbar werden, wie die Maßnahmen der Stadt gegen den Klimawandel wirken. Der Rat ist der Fridays-for-Future-Bewegung gefolgt und hat einen Beschluss dazu auf den Weg gebracht.

Dortmund

, 16.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Anstoß gaben Parents for Future in Dortmund. Sie schickten einen Antrag zur Einrichtung eines Klimabarometers ins Rathaus. Es soll den Fortschritt der aktuellen Maßnahmen fortlaufend dokumentieren – im Hinblick auf ihr geplantes Budget, den Zeitrahmen, ihre Umsetzung und die Erreichung der anvisierten Klimaschutzziele.

Jetzt lesen

Das Anliegen machten sich Grüne, SPD sowie Linke/Piraten in einem gemeinsamen Antrag zu eigen. Die Fraktionen hätten damit einen Antrag aus der Mitte der Zivilgesellschaft aufgenommen, betonte Utz Kowalewski, Fraktionschef der Linken und Piraten: „Da muss Druck auf den Kessel“. Das sahen auch die Fraktionen von CDU sowie FDP/Bürgerliste so und stimmten dem Antrag zu. Die AfD sprach von „purem Populismus“ und lehnte ihn ab.

Bessere Kontrolle für Bürger

Künftig sollen alle Messergebnisse und eventuell geplante Klimaschutzmaßnahmen von der Verwaltung verständlich auf einer Seite im Internet veröffentlicht werden.

Bürger sollen so besser kontrollieren können, welche Klimaschutzziele, die der Rat mit dem „Handlungsprogramm Klima – Luft 2030“ verabschieden wird, bereits erreicht sind, wo es noch hakt und wie die Stadt gegensteuern kann, um Dortmund bis 2050 klimaneutral zu machen. Denkbar ist ein Ampelsystem (grün/gelb/rot), das den Umsetzungsstand der einzelnen Maßnahmen transparent und nachvollziehbar macht.

Jetzt lesen

Uwe Waßmann von der CDU-Fraktion sprach sich angesichts gesetzter Fristen dafür aus, der Verwaltung mehr zeitlichen Spielraum zu lassen, „damit das auch was Vernünftiges wird“. Die Verwaltung müsse diese Informationen ohnehin für ihr Handlungsprogramm aufarbeiten, sagte Monika Lührs, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau erklärte, die Verwaltung bekomme das gestemmt. Doch das Klimabarometer springe viel zu kurz. Die Verwaltung werde einen Vorschlag zu freiwilligen Nachhaltigkeitsmonitoren machen und dazu eine Vorlage erarbeiten.

Nullemission bis 2050

Lars Rettstadt, Fraktionschef von FDP/Bürgerliste wünschte sich Kontrollmaßnahmen und Messinstrumente für Erfolg, wie sie das Klimabarometer darstellt, auch für andere Bereiche der Politik wie Bauen und Soziales.

Die Stadt Dortmund hat sich gemäß den deutschen Klimaschutzzielen zu einer kontinuierlichen Minderung des Treibhausgasausstoßes bis zur Nullemission im Jahr 2050 bekannt – mit den Zwischenschritten 55 Prozent bis zum Jahr 2030 und 70 Prozent bis zum Jahr 2040.

Lesen Sie jetzt