Klinikum Dortmund hat Interesse am Hüttenhospital in Hörde

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Mehr als 160 Jahre war das Hüttenhospital Hörde selbstständig. Jetzt hat das Klinikum Dortmund mit einem Partner die Fühler nach dem Krankenhaus ausgestreckt.

Dortmund

, 29.01.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Hüttenhospital verfügt über 164 Betten und zwei Fachabteilungen, die Innere Medizin und die Geriatrie (Altersmedizin). Zur Geriatrie gehört eine Tagesklinik mit 25 Plätzen, zur Inneren Abteilung eine Intensivstation mit neun Betten.

Am 20. Januar veröffentlichte das Bundeskartellamt die Information über ein Fusionskontrollverfahren. Danach haben die Klinikum Dortmund gGmbH und die Städtische Seniorenheime Dortmund gGmbH eine Genehmigung beantragt für den „Anteils- und Kontrollerwerb über die Hüttenhospital Dortmund gGmbH“. Eine Freigabe hat das Bundeskartellamt bisher nicht erteilt.

Es geht um die Versorgung alter Menschen

Auf Nachfragen beim Hüttenhospital, dem bisherigen Träger Viactiv, dem Klinikum und der Seniorenheim gGmbH erreichte uns Dienstagnachmittag eine gemeinsame Pressemitteilung. Darin heißt es: „Die Anfrage beim Kartellamt wurde deshalb so früh im Prozess gestellt, weil wir erst mal prüfen wollen, ob überhaupt weitergehende Gespräche Sinn machen. Die Geschäftsführer der drei Unternehmen haben bislang nur erste Kontaktgespräche zur Gestaltung eines solchen Vorhabens zur Verbesserung der Versorgung alter Menschen in Dortmund geführt.“

Etwas mehr Licht ins Dunkel brachte Rudolf Mintrop, Geschäftsführer des Klinikums Dortmund, gegenüber unserer Redaktion: „Das Hüttenhospital als Ganzes ist ein Spezialkrankenhaus für geriatrische Patienten.“ Da gebe es die Geriatrische Abteilung als Frührehabilitation und die internistische Abteilung zur Versorgung alter Menschen mit üblichen internistischen Beschwerden. Die Aufgaben beider Abteilungen seien miteinander verschränkt und nicht zu trennen.

Nachdenken über einen Zusammenschluss

„Die Geriatrie bei uns im Klinikum ist nur halb so groß wie im Hüttenhospital“, sagte Mintrop. Eine sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Gesundheitsversorgung alter und hochbetagter Menschen lasse sich in Zukunft aber nur durch intelligent vernetzte Versorgungsverbünde gewährleisten.

Daher denke man im Dreierverbund - Hüttenhospital, Seniorenheime und Klinikum - über einen Zusammenschluss nach, sagte Mintrop. Ob das durch eine Übernahme, die Gründung einer neuen Gesellschaft oder auf anderem Wege geschehe, sei völlig offen. Bevor man weiter plane, wolle man erst vom Kartellamt wissen, was genehmigungsfähig sei und was nicht.

Eine Fortsetzung des Geriatrie-Verbundes

So sieht das auch René Theimann, Geschäftsführer des Hüttenhospitals. „Schon 2015 hat das Hüttenhospital gemeinsam mit dem Klinikum Dortmund und anderen den Geriatrie-Verbund Dortmund gegründet“, sagte Thiemann. In diesem Verbund von Krankenhäusern, Ärzten, Seniorenheimen, Pflegediensten, Seniorenbüros, Wohnungsgesellschaften und anderen gehe es darum, sich gemeinsam den Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen.

Die jetzt angedachte Zusammenarbeit sei ein nächster Schritt, um eine altersgerechte medizinische Versorgung für Dortmund sicherzustellen, sagte Thiemann.

Noch ein Modellprojekt

„Der Landeskrankenhausplan fordert, dass man sich mit anderen Disziplinen und untereinander vernetzt“, sagte Thiemann. Das könne auf verschiedenen Wegen geschehen. Wie man weiter vorgehe, hänge vom Kartellamt ab. Ohne dessen Zustimmung sei es unsinnig, weitere Energie in das Vorhaben zu stecken. „Dann kommt am Ende das Kartellamt und untersagt den Zusammenschluss, wie jetzt in Soest geschehen“, sagte Thiemann.

Martin Kaiser, Geschäftsführer der Seniorenheime, bestätigte die Überlegungen und sagte: „Wir brauchen für eine alternde Bevölkerung eine engere Zusammenarbeit, damit die altersmedizinischen Aspekte berücksichtigt werden.“ Die Viactiv Krankenkasse als Träger des Hüttenhospitals wollte sich Dienstag nicht weiter äußern.

Dieser Text wurde am 29. Januar 2020 um 10.45 Uhr um die Stellungnahme von René Thiemann ergänzt.

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