Knackten Diebe die PIN der EC-Karte?

Betroffene ist davon überzeugt

15.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Am 28. März drangen Diebe in der Mittagspause in ihr Büro ein, stahlen die Geldbörse mit den EC-Karten. ?Bevor ich das Konto sperren konnte, hoben sie damit bei meinem Postbank Konto 1000 Euro in bar ab?, sagt die Sekretärin eines Software-Hauses. Auch in Kaufhäusern bedienten sich die Täter ? mit Hilfe der PIN bezahlten sie innerhalb von zwei Stunden Ware im Wert von rund 2000 Euro. ?Dabei habe ich die Geheimzahl niemals weitergegeben, geschweige denn, dass ich sie irgendwo aufgeschrieben hätte?, beteuert Gabriele Junge. Doch gerade das bezweifelt die Postbank ? und weigert sich, den Schaden zu ersetzen. Dazu sei man nur verpflichtet, wenn der Karteninhaber seinen Mitwirkungs- und Sorgfaltspflichten nachkomme, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens. Und: ?Wird mit einer Karte an einem Geldautomaten unter Einsatz der richtigen Geheimzahl Geld abgehoben, spricht dies nach der allgemeinen Lebenserfahrung dafür, dass derjenige, der den Automaten bedient, auch die PIN kennt. Wenn ein Unbefugter die Geheimzahl kennt, spricht dies weiter dafür, dass der Karteninhaber nicht sorgsam mit seiner Karte bzw. seiner Geheimzahl umgegangen ist.? ?Das kennen wir schon, das ist kein Einzelfall?, winkt Hartmut Strube, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW, ab. Dort läuft derzeit eine Sammelklage (u.a. gegen die Postbank) mit 1500 Betroffenen, von deren Konten sich Diebe trotz geheimer PIN bedient haben. ?Wir gehen davon aus, dass das System von Tätern ?geknackt? wurde?, erklärt der Jurist. Er hält es für plausibel, dass die so genannten Switch-Stellen (Übermittlungsstellen für die Kundendaten) angegriffen worden sind. Gabriele Junge: ?Ich werde den Kampf ?David gegen Goliath? jedenfalls nicht aufgeben, das lasse ich mir nicht gefallen.? Die Dortmunderin will jetzt das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen einschalten. ?Wichtig ist, dass andere das lesen und genau überlegen, wem sie ihr Vertrauen schenken, oder besser ihr Geld anvertrauen.? weg Was regt Sie auf? Schreiben Sie uns Ihre Probleme des Alltags, die auch andere aufregen: Ruhr Nachrichten Stadtredaktion Dortmund Westenhellweg 86-88 44137 Dortmund E-Mail: lokalredaktion. dort mund@mdhl.de

Lesen Sie jetzt