Knöllchen bezahlen im Supermarkt – Stadt Dortmund hat die Option bereits geprüft

hzPilotprojekt in Köln

In Köln sollen Verkehrssünder ihre Knöllchen testweise an der Supermarktkasse bezahlen können. Auch die Stadt Dortmund und ortsansässige Supermärkte haben sich mit dem Thema beschäftigt.

Dortmund

, 01.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Gurken, vier Tomaten, einen Liter Milch, einen Strafzettel und etwas Aufschnitt. Das ergibt in vielen Fällen einen kleinen alltäglichen Einkauf. Aber Moment - einen Strafzettel? Was klingt wie ein Fehler, könnte demnächst zur Normalität werden.

Diese Möglichkeit wird zumindest ab Frühjahr in Köln erprobt. Denn dann startet dort ein neues Pilotprojekt. Dabei soll ein System getestet werden, bei dem Knöllchen nämlich ebenso wie Gurken und Tomaten an der Supermarktkasse bezahlt werden können.

Zahlreiche Einzelhändler an Projekt beteiligt

Insgesamt ziele das Projekt zunächst darauf ab, diesen Service an 12.000 teilnehmenden Filialen des Einzelhandels in Köln anzubieten, so die Stadt Köln. Anfangs gilt die Maßnahme jedoch nur für Falschpark-Knöllchen und nicht für andere Bußgelder.

Zur Einordnung: Von diesen „Verstößen im ruhenden Verkehr“ habe das Dortmunder Ordnungsamt im Jahr 2019 laut Pressesprecher Maximilian Löchter knapp 137.000 Delikte geahndet.

Knöllchen bezahlen im Supermarkt – Stadt Dortmund hat die Option bereits geprüft

Das Bezahlen eines Strafmandats könnte in Zukunft häufiger auf den Einkaufszetteln stehen. © Marius Paul

Funktionieren soll das Projekt wie folgt: Anders als bisher erhält der Verkehrssünder einen Barcode. Dieser kann an den Einzelhandelskassen gescannt und zusammen mit dem Einkauf bezahlt werden. Die notwendige Technik wird vom Anbieter barzahlen.de zur Verfügung gestellt.

Stadt Dortmund sieht aktuell keinen Handlungsbedarf

Dass in Dortmund allerdings in naher Zukunft ein vergleichbares System etabliert wird, scheint eher unwahrscheinlich. „Wir haben das Verfahren analysiert und unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit getätigten Investitionen in eigene Kassenautomaten beschlossen, dass der Einsatz des Verfahrens bis auf Weiteres nicht verfolgt wird“, so Löchter.

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Außerdem würden auch die für die Stadt als Nutzer entstehenden Kosten gegen eine Einführung sprechen. So habe eine erste vorsichtige Einschätzung Kosten in Höhe von 30.000 bis 40.000 Euro prognostiziert.

Unternehmen wollen Kölner Entwicklung abwarten

Die in Dortmund ansässigen Supermarktketten zeigten sich ebenfalls zurückhaltend. So sei ein solches Bezahlsystem für die Unternehmensgruppe Aldi Nord zwar ein interessanter Gedanke, jedoch aktuell kein Thema, dass die Firma auch in Dortmund priorisiert verfolge, so Unternehmenssprecher Axel vom Schemm.

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Etwas zuversichtlicher äußerte sich da Simone Erkens von der Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr: „Zwar sind die Edeka-Kaufleute überwiegend selbstständig und entscheiden deshalb individuell über eine Teilnahme an einer solchen Maßnahme. Wenn die Stadt Dortmund dieses Projekt allerdings konkret angeht, werden wir eine Umsetzung genau prüfen.“

Ob sich in Dortmund zwischen den Gurken und der Milch auf dem Kassenband also wirklich einmal Knöllchen finden lassen, ist aktuell noch ungewiss.

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