Ratten und vergammelte Pflanzen: Blumenpavillon in prominenter Lage rottet vor sich hin

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Vor Jahren ging in einem Dortmunder Blumenpavillon von jetzt auf gleich das Licht aus. Inzwischen wirkt der Laden extrem heruntergekommen, fast gespenstisch. Warum passiert dort nichts?

Körne

, 12.11.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Innere des Blumenpavillons wirkt, als sei der Laden Hals über Kopf verlassen worden. Schnittblumen hängen mumifiziert in den Vasen, vertrocknete Topfpflanzen rieseln vor sich hin, Laternen und Deko sind von einer Staubschicht überzogen.

Außen machen sich Graffiti auf der Fassade breit, Kabel hängen lose aus der Wand, in die Dämmung haben sich faustgroße Löcher gefressen.

Der Blumenpavillon am Körner Hellweg 62 bietet einen vollkommen verwahrlosten Anblick. „Das ist ein Schandfleck“, sagt Lothar Röder. Er wohnt in Körne und kommt oft an dem verlassenen Laden vorbei. „Hier tut sich seit Jahren gar nichts.“

Ratten und vergammelte Pflanzen: Blumenpavillon in prominenter Lage rottet vor sich hin

Lothar Röder blickt in den offenbar Hals über Kopf verlassenen Blumenladen. © Susanne Riese

Dem Bezirksmarketing Körne ist der verranzte Pavillon ein Dorn im Auge. Bezirksbürgermeister Udo Dammer hat den Laden seit Langem im Blick. „So ein vergammelter Pavillon ist natürlich kein Qualitätsmerkmal für ein Viertel“, sagt er.

Bereits vor einem Jahr habe er sich an die städtische Immobilienwirtschaft mit der Bitte gewandt, eine Lösung für „diesen Schandfleck“ zu finden. Das gestaltet sich aber als schwierig.

Ratten und vergammelte Pflanzen: Blumenpavillon in prominenter Lage rottet vor sich hin

Der Körner Blumenpavillon verfällt zusehends. © Susanne Riese

Die Stadt Dortmund ist Eigentümerin des Grundstücks Körner Hellweg/Heilbronner Straße. „Das darauf stehende Gebäude allerdings steht im Eigentum einer Privatperson“, teilt Stadt-Sprecher Christian Schön auf Anfrage mit. „Bezüglich der Räumung (Abriss) sind entsprechende gerichtliche Entscheidungen notwendig, die zurzeit noch ausstehen.“

Das macht die Sache kompliziert. Der letzte Inhaber des Blumenladens hat im April 2017 Insolvenz angemeldet. Seitdem beschäftigt sich das Gericht mit der Immobilie.

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Wie lange sich das noch hinziehen wird, ist nicht bekannt. Wegen des laufenden Verfahrens könne die Stadt keine konkreteren Auskünfte erteilen, so Christian Schön. Nach der endgültigen Räumung soll das städtische Grundstück neu vermarktet werden.

Das seit nunmehr Jahren ungeheizte Gebäude wird wohl kaum noch zu retten sein. „Das kann man eigentlich nur noch abreißen“, meint auch Udo Dammer. Dann würden womöglich auch die Ratten wieder verschwinden, die immer wieder rund um den Pavillon gesichtet werden. Die Stadt hat bereits mehrfach Fachfirmen mit der Bekämpfung beauftragt.

Die Körner jedenfalls warten sehnsüchtig darauf, dass dort an der Ecke Heilbronner Straße/Hellweg endlich etwas passiert. „Das war so ein schöner Blumenladen“, sagt eine Passantin. Jetzt sei der Anblick nur noch eine Katastrophe.

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