Kollegen wegen Coronavirus-Fall besorgt: Paketdienst in Dortmund widerspricht Vorwürfen

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Ein Paketzusteller ist in Dortmund positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein Kollege sagt, der Arbeitgeber habe ihn nicht informiert, obwohl die Mitarbeiter dieselben Toiletten nutzen.

Dortmund

, 25.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Woche ist ein Coronavirus-Fall beim Paketdienst GLS in Dortmund bestätigt worden. Ein Fahrer, der Lieferungen vom Depot am Hafen an Dortmunder Wohnungstüren gebracht hat, ist Mitte März erkrankt. Am 15. März (Sonntag) habe das Unternehmen davon erfahren und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, hieß es.

Nach unserem Artikel zum Thema meldete sich ein anderer GLS-Mitarbeiter schockiert bei unserer Redaktion: „Ich muss in den Nachrichten lesen, dass sich im Depot, wo ich arbeite, ein Fahrer aufhielt, der erkrankt ist“, schreibt der Mann per E-Mail. Das Unternehmen habe den Angestellten nichts dazu mitgeteilt.

Die Toiletten im Depot würden von Fahrern und anderen Mitarbeitern gleichermaßen genutzt. Ein Desinfektionsmittel-Spender sei zwar aufgestellt worden aber tagelang leer gewesen. Der Mann fordert ein Einschreiten der Stadtverwaltung.

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Von der städtischen Pressestelle heißt es zum Vorwurf, die Firma mache nicht genügend, um die Angestellten zu schützen, auf Anfrage : „Dem Gesundheitsamt ist kein solcher Fall bekannt.“ Eine Beschwerde ist demnach nicht eingegangen.

Das Verfahren sei grundsätzlich folgendermaßen: „Sobald bestätigt ist, dass jemand - auch ein Berufstätiger - ein positives Testergebnis hat, geht dieser per behördlicher Anordnung in 14-tägige Quarantäne“, so Sprecherin Anke Widow.

Auch der Arbeitgeber bekomme die Quarantäne-Bescheinigung und sei dazu verpflichtet, den Mitarbeiter 14 Tage freizustellen. Grundsätzlich habe der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass ausreichend Hygiene-Vorkehrungen im Betrieb sichergestellt sind. Waschseife und Desinfektionsmittel müssen „in ausreichender Menge“ für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

GLS teilt währenddessen mit: „Wir möchten ganz deutlich klarstellen, dass der positiv getestete Zustellfahrer bereits am Donnerstag und Freitag nicht mehr auf dem Depotgelände war.“ Es könne aus Sicht des Arbeitgebers nicht sein, dass Kollegen ihm noch am Freitag vor Ort die Hand geschüttelt haben, wie ein anderer Mitarbeiter berichtet hatte.

Der Test des Kollegen ist negativ ausgefallen

Der Dortmunder, der sich mit dem ursprünglichen besorgten Hinweis bei unserer Redaktion gemeldet hatte, beteuert am Mittwoch (25.3.) hingegen auf Nachfrage, definitiv habe er an dem besagten Freitag (13.3.) dort Kontakt zu dem Mann gehabt.

Es gebe aber auch positive Neuigkeiten, berichtet er: Handschuhe und Schutzmasken seien inzwischen für die Fahrer bereitgestellt worden. Außerdem habe es neue Infos zur Lieferung ohne direkten Kontakt zu Kunden gegeben. Sein eigener Coronavirus-Test sei inzwischen übrigens negativ ausgefallen.

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