Kommen, sehen, staunen im Künstlerhaus

DORTMUND „Perplex“ – so sähe Kurator Willi Otremba vom Künstlerhaus die Besucher der gleichnamigen Ausstellung gerne. Mit wenig materiellem Aufwand erzeugen die gezeigten Arbeiten von 19 zumeist recht jungen Künstlern große Wirkung. „Ich hoffe, dass die Leute staunen“, sagt Otremba.

von Von Katrin Pinetzki

, 22.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Kommen, sehen, staunen im Künstlerhaus

abek Saed entzieht Besuchern den sicheren Boden: Er setzt sie auf eine Schaukel. Über Kopfhörer ertönen Kinderstimmen, die eine Gschichte erzählen.

Staunen machen etwa die Ölbilder von Joachim Grommek. Sie wirken, als habe der Berliner farbige Klebestreifen flächig auf Spanplatten geklebt. Die Illusion ist perfekt – tatsächlich aber sind die vermeintlichen Tesastreifen gemalt. Den zweiten Blick braucht man auch für Heike Lessels scheinbar monochrome Bilder. Wer sich in ihre Farbflächen vertieft, nimmt plötzlich ovale Formen darin wahr, die jedoch verschwinden, je näher man kommt.

Licht- und Schatten-Experimente mit einer zerlegten Lampe zeigt die Münsteranerin Martina Muck: Effektvoll wirft eine von außen angestrahlte und zusätzlich selbst leuchtende Birne ihren Schatten an die Wand; ein paar Meter weiter wird ein lampenloser Lampenschirm angeleuchtet. Lichte Effekt, dessen Mechanismen völlig offen gelegt, fast mutwillig entzaubert werden.

Ganz im Gegenteil zur witzigen Installation von Mathias Funk und Ansgar Silies, die unter dem Namen „bassfrucht“ antreten. Ihr mit Geschirr gefülltes Schränkchen klappert und scheppert, als donnere gerade ein LKW daran vorbei. Das Geheimnis sind vier im Schrank versenkte Körperschall-Wandler, die Geräusch-Impulse in Vibration übersetzen.    

Marcel Bleeck aus Recklinghausen zeigt einen Film, ein statisches Experiment: Wie viele Stühle kann man mit Hilfe von Kabelbindern auf einem einzigen Stuhl stapeln, ohne dass der Turm zusammen kracht? Ähnlich geht der Belgier Ruben Kindermans vor, der – wie in einem Film zu sehen – mehrere Gummireifen mannhoch übereinander stapelt, auf eine Leiter steigt und hineinspringt – der Künstler verschwindet in seinem Schaffen.

Eröffnung der Gruppenschau „perplex – expansive Komplexität“ am 23.11., 20 Uhr, Sunderweg 1. Ab 22.30 Uhr gibt der belgische Künstler Ruben Kindermans ein Konzert.

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