Konzerte im FZW: Kleine Schritte, Wärmebildkameras und Hoffen auf 2021

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Das FZW war einer von Dortmunds belebtesten Livemusik-Orten – dann kam Corona. Der vorsichtige Neustart ist gelungen. Dennoch zeigt sich hier das Dilemma, in dem Konzertplaner derzeit stecken.

Dortmund

, 03.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das FZW an der Ritterstraße ist derzeit umgeben von Baustellen. Während außen täglich Fortschritt zu sehen ist, blieb es im Inneren über Monate bewegungslos.

Erst seit einigen Wochen regt sich wieder etwas in dem 2009 neu eröffneten Club, der über 40 Jahre Geschichte in Dortmund hat.

Das FZW wagt sich wieder an Veranstaltungen. In der Halle fanden Poetry-Slam-Veranstaltungen für ein kleines Publikum statt. Außerdem bespielen DJs den Biergarten. Bislang wird das sehr gut angenommen, wie FZW-Sprecher Matthias Schmidt berichtet.

„Kurkonzert-Atmosphäre“ im Westfalenpark bekommt positive Rückmeldung

Als Veranstalter ist das FZW darüber hinaus Teil der Juicy Beats Parksessions im Westfalenpark, hat die Konzerte von „Die Höchste Eisenbahn“ oder „Kapelle Petra“ organisiert. „Das hat ein Signal gesetzt, wie es gehen kann“, sagt Matthias Schmidt.

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Die Rückmeldung von Künstlern, Agenturen und auch vom Publikum sei positiv gewesen. Die bestuhlten Veranstaltungen in „Kurkonzert-Atmosphäre“ seien eine denkbare Alternative, falls auch im nächsten Jahr noch Einschränkungen gelten sollten.

Dennoch: Vom Normalbetrieb ist das FZW wie alle Spielstätten nach wie vor weit entfernt. Weitere Veranstaltungen für die kommenden Monate sind aber in Planung. So steht etwa eine „FZW Indie Night“ für den 6. November im Programmplan.

Einzelne Termine, aber kein großes Livegeschehen im Herbst

Schmidt rechnet dennoch nicht mit einem großen Livegeschehen in den kommenden Herbstmonaten. Theoretisch sind Konzepte im Inneren möglich. Matthias Schmidt sagt: „Das FZW ist von der Infrastruktur gut aufgestellt, um Hygienemaßnahmen und Abstand zu gewährleisten.“

Wärmebildkameras für den Einlass befinden sich in der Anschaffung. Diese erfassen die Körpertemperatur der Gäste automatisch, ohne dabei Personendaten aufzuzeichnen.

Aktuell befindet sich jedoch die gesamte Branche in einer verfahrenen Lage. Die Mehrzahl der Termine ist auf 2021 verschoben worden – in der Hoffnung, dass dann Konzerte wieder unter anderen Bedingungen stattfinden können.

Finanzielle Einbußen und Beschränkungen: Für die Konzertbranche ist vieles unsicher

Jetzt Künstler für eine Kapazität von 300 Besuchern zu buchen, die für ein Konzert mit 1500 Besuchern gebucht waren, ist aus verschiedenen Gründen kaum möglich. Der naheliegendste: Sämtliche Rechnungen, die für Tourneen aufgemacht wurden, sind hinfällig.

Zumal der Vorlauf für den Kartenverkauf sehr kurz ist, wie zuletzt etwa beim Konzert von Faber im Westfalenpark. Internationale Künstler sind wegen der Reisebeschränkungen nicht buchbar.

Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben, die sich in den vergangenen Monaten mehrfach verändert haben und auch für die Zukunft nicht sicher vorhersagbar sind.

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Eine Erfahrung der vergangenen Wochen ist zudem: Die Menschen sind nach wie vor zurückhaltend beim Besuch von größeren Veranstaltungen. Doch Konzerte oder Comedy-Veranstaltungen unter den Corona-Bedingungen sind in den vergangenen Monaten bisher nicht als Infektionsherde aufgefallen.

Das Land NRW hat kürzlich einen Stärkungsfonds für Kultureinrichtungen in Höhe von 80 Millionen bereitgestellt, für den sich auch Dortmunder Spielstätten bewerben werden. Aktuell läuft die Antragsphase.

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Die Konzert- und Partylocation FZW öffnet bald wieder ihre Türen. Von einem Normalbetrieb kann allerdings noch keine Rede sein. Gäste müssen vor dem Besuch Vorbereitungen treffen. Von Matthias Henkel

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