Das FZW nimmt sein Programm trotz der dritten Corona-Welle wieder auf. © Felix Guth (Archiv)
Kultur und Corona

Konzerte trotz Corona und erst mal gratis – Wie kann sich das FZW das leisten?

Mitten in der dritten Welle veröffentlichte das FZW ein Konzertprogramm. Ein detailliertes Hygienekonzept soll später sogar Live-Events möglich machen. Bis dahin ist jedoch noch ein Weg zu gehen.

Experten und Politiker diskutieren über die dritte Corona-Welle und über die Möglichkeiten eines weiteren harten Lockdowns, währenddessen nimmt das FZW wieder sein Programm auf. Wie kann das funktionieren?

Hightech Hygienekonzept noch ohne Nutzen

Filteranlagen zur Säuberung der Luft, UV-Filter, die Aerosole filtern können oder eine Wärmebildkamera zur kontaktlosen Temperaturerfassung – das FZW hat ein hochtechnisches Hygienekonzept aufgefahren.

Aber trotzdem wird dort, so Sprecher Matthias Schmidt, nicht vor September mit der Wiederaufnahme von Veranstaltungen vor Publikum gerechnet. Stattdessen wird das Programm digital wiederaufgenommen.

Hierzu habe man extra Kameras gekauft und Schnittplätze organisiert, so Schmidt. Via Online-Streaming können die Zuschauer die Auftritte verfolgen – kostenlos.

Finanzierung über öffentliche Mittel

Dazu habe man eigens einen Youtube-Kanal erstellt und um auf das Angebot aufmerksam zu machen, wurde auch eine Kooperation mit dem Studierendenwerk geschlossen.

Wie aber kann ein Veranstaltungsort digitalisiert werden und wie kann man es sich leisten, Künstler zu buchen, wenn es keine Einnahmen über Eintritt oder Bewirtschaftung gibt?

Schmidt erklärt, man habe bereits vor der Pandemie Teile der Ausstattung gehabt, beispielsweise eine Glasfaserverbindung, die einen schnellen Upload ermöglicht.

Finanzielle Unterstützung habe man über das Programm „Neustart Kultur“ des Landes NRW erhalten und auch durch das Programm „creative Europe“ von der EU.

Allerdings ist da auch „ein Anteil, den wir selber geleistet haben“, sagt Schmidt, weswegen die Wiederaufnahme des Programms wahrscheinlich auch ein kleines Verlustgeschäft werden wird.

Aber: „Uns war wichtig, etwas zu zeigen und darzustellen zu können, unseren Gästen wieder etwas bieten zu können und auch die Künstler wieder auftreten zu lassen“, so Schmidt.

Man könne „nahtlos umswitchen“, sobald das Okay kommt

Natürlich gebe es auch „Konzepte zur Monetarisierung“ von Online-Auftritten, die steckten allerdings „alle noch in den Kinderschuhen und das wollen wir auch überhaupt nicht.“

Ein halbes Jahr Planung habe man beim FZW in die Planung des neuen digitalen Angebotes gesteckt. Trotzdem, so Schmidt, sei alles bereit, um auch wieder Konzerte mit Publikum vor Ort stattfinden zu lassen, wenn „es die pandemische Situation zulässt.“

„Sollte das Okay vom Bund oder von der Stadt Dortmund kommen, können wir nahtlos umswitchen“, sagt Schmidt.

Denn die Räumlichkeiten seien vorhanden und auch die nötigen Mitarbeiter. Zu berücksichtigen gibt es allerdings die Obdachlosenhilfe, die aktuell im FZW untergebracht ist.

Obdachlosenhilfe bis Ende September

Seit dem Umzug aus dem Zelt am Dortmunder U findet nämlich in den Räumlichkeiten des FZW eine Ausgabe von Essen und Trinken an wohnungslose Menschen statt. Bis zum September läuft das Arrangement.

„Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich bis dahin an der Situation etwas ändern wird“, sagt Schmidt. Sollte der Fall allerdings eintreten, das schon früher wieder Konzerte vor Publikum genehmigt werden, sei beides wahrscheinlich auch parallel zu betreiben.

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