Kopftuch-Klage - Ärzte auf Schadenersatz verklagt

Arbeitsgericht Dortmund

DORTMUND Ein erbitterter Kopftuchstreit hat am Montag das Dortmunder Arbeitsgericht erreicht. Eine 27-jährige Arzthelferin hat zwei Dortmunder Ärzte nach dem Anti-Diskriminierungsgesetz auf 1.200 Euro Schadenersatz verklagt.

von Von Jörn Hartwich

, 14.12.2009, 14:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kopftuch-Klage - Ärzte auf Schadenersatz verklagt

Arzthelferin Dunja Allioui neben ihrem Anwalt Manfred Junker.

Von nun an wollte die Dortmunderin ihr Kopftuch auch während der Arbeit tragen. „Es geht gegen meine Religion, das Kopftuch abzunehmen“, sagte sie am Rande des Prozesses. Ihre Chefs waren davon allerdings gar nicht angetan, reagierten mit Kündigung und sofortiger Freistellung. Im Prozess sagte der Anwalt der Ärzte, dass man mit einem Kopftuch kein ausreichendes Vertrauen zu Patienten aufbauen könne. Richterin Ingeborg Schmidt-Hense spielte den Ball jedoch sofort zurück, fragte was denn mit Nonnen in einem Internat sei, die ihr Haar durch Tragen einer Tracht ebenfalls verhüllt hätten. Außerdem sagte die Vorsitzende der 4. Kammer wörtlich: „Wir müssen uns vielleicht dran gewöhnen, dass es bei uns nicht nur Christen gibt, sondern auch große Gruppen anderer Religionen.“

Da am Montag keine gütliche Einigung zustande kam, wird es am Mitte April zum Kammertermin kommen. Dass die ehemalige Arzthelferin keine schlechten Chancen hat, wurde ihr allerdings schon signalisiert.

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