Kosten der Corona-Krise: Stadt Dortmund stellt schon jetzt Millionensumme im Haushalt bereit

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Die Corona-Krise wird auch den Haushalt der Stadt Dortmund nicht verschonen. Kämmerer Jörg Stüdemann muss um Steuereinnahmen bangen. Schon jetzt gilt es, die Stadt zahlungsfähig zu halten.

Dortmund

, 20.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Stadtkämmerei sind die Mitarbeiter seit Tagen damit beschäftigt, Gelder und Kredite umzuschichten, damit die Zahlungsfähigkeit der Stadt auch während der Corona-Krise aufrechterhalten werden kann. „Wir haben ein System aufgebaut, mit dem wir auch bei eskalierender Pandemie zahlungsfähig bleiben“, teilte Kämmerer Jörg Stüdemann am Dienstag (17.3.) mit.

Dass die Stadt liquide bleibt, ist wichtig für die Lohnzahlungen der Beschäftigten und die Bezahlung der Handwerker und Dienstleister, die im Auftrag der Stadt gearbeitet haben und auf die Begleichung ihrer Rechnungen warten.

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Bisher gebe es noch keine Corona-Verdachtsfälle unter den Beschäftigten der Stadtkämmerei, so Stüdemann, Zur Not könne man auch im Homeoffice arbeiten und digital von extern die Geldströme der Stadt steuern. Stüdemann: „Die Liquidität für die Stadt ist für die nächsten Wochen in jedem Fall gesichert.“

Fünf Millionen für Corona im Haushalt

Allerdings musste er im Haushalt bereits fünf Millionen Euro zur Bekämpfung des Coronavirus durch das Gesundheitsamt einstellen, davon vier Millionen für den Verbrauchsaufwand unter anderem in der zentralen Diagnostikstelle und eine Million für Investitionen, etwa für die zweite zentrale Diagnostikstellevor dem Klinikum-Nord.

Wie sich das Virus weiter auf den Haushalt auswirken werde, könne er noch nicht abschätzen, sagte Stüdemann. So gebe zum Beispiel beim Bewachungspersonal einen geringeren Aufwand, weil Einrichtungen geschlossen wurden. Dem stehe jedoch ein höherer Aufwand durch die geplante Entschädigung für die Kinderbetreuungskosten gegenüber. Der Kämmerer: „Wir wissen nicht, wie sich das auspendelt.“

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Eines scheint aber klar: Die Steuereinnahmen werden niedriger ausfallen, vor allem die Gewerbe- und die Vergnügungssteuer. „Das schlägt bei uns auch als Minderertrag zu Buche, so Stüdemann: „Wir hoffen, dass wir nicht eine zu große Verschuldung daraus produzieren.“ Die Kämmerei setze jetzt alles daran, den Haushalt möglichst akkurat zu justieren.

Große Unsicherheit bei Unternehmen

Die Industrie- und Handelskammer Dortmund kann auch noch nicht abschätzen, wie stark die Corona-Krise hier ansässige Unternehmen treffen wird. Man müsse auch abwarten, wie gut die angekündigten Konjunkturpakete greifen, so IHK-Sprecher Tobias Schucht.

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Auch den Unternehmensverbänden in Dortmund und Umgebung fehlt die Datenlage. Doch die Kurzarbeit sei flächendeckend, sagte Geschäftsführer Ernst-Peter Brasse auf Nachfrage. Die Unternehmen kämen in Liquiditätsengpässe. Es herrsche große Unsicherheit. Brasse: „Die Befürchtungen der Unternehmen sind enorm, weil man nicht weiß, wie lange das noch dauert.“

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