Kräuter aus Fernost

Familie Jo bringt den Dortmundern die traditionelle chinesische Medizin näher

30.05.2007 / Lesedauer: 2 min

«Wir haben hier über 200 verschiedene Kräuter», sagt Seon-Deok Jo aus Südkorea, lächelt freundlich und berichtigt sich sofort: «Eigentlich sind es ja die Wurzeln, die wir verwenden.» Die 53-Jährige nimmt eine der vielen Holzkästen aus dem Regal und fördert daraus etwas hervor, das wie kleine Holzscheiben aussieht. «Froschlöffel» steht in schwarzen Buchstaben an der Kopfseite des hellen Kästchens. Darunter koreanische und chinesische Schriftzeichen. Zwar kommt Froschlöffel als Pflanze auch in unseren Breiten vor. Diese aber, oder besser gesagt die getrocknete Wurzel, stammt aus China. Aufgebrüht sollen die Wirkstoffe entwässernd wirken. Seon-Deok muss es wissen, denn zusammen mit ihrem Mann Kwang-Youn Jo betreibt sie seit sechs Jahren eine Praxis für chinesische Heilmedizin in Berghofen. Die Geschichte der Jos in Dortmund begann 1970 - auf getrennten Wegen. Deutschland suchte Arbeitskräfte und da es in Südkorea mit der Industri noch nicht so weit her war, ging es zum Geldverdienen in das ferne Land in Mitteleuropa. Vom koreanischen Landleben in eine fremde Kultur - eine große Umstellung für die beiden. «Vor allem die Sprache war sehr schwer zu lernen», sagt Kwang-Young Jo, der zunächst als Metallarbeiter «auf» Hoesch sein Geld verdiente. Eine Umschulung zum Heilpraktiker folgte, dann das Studium in chinesischer Medizin. Krankenschwester Seon-Deok bildete sich ebenfalls weiter, wurde Heilpraktikerin und gemeinsam bauten sie sich ihr Geschäft in Berghofen auf. Die Jos sind heimisch geworden im Dortmunder Süden. Ihre beiden Kinder sind hier aufgewachsen, haben studiert. «Unsere Eltern leben noch in Südkorea», sagt Kwang-Youn, «daher fliegen wir noch ab und zu in unsere alte Heimat». In ihrem neuen Zuhause bringen sie den Menschen die traditionelle chinesische Medizin näher. Sie sorgen dafür, dass Namen wie Kiefernschaum, Yamswurzel oder Sorgloswurzel nicht mehr für Zutaten eines gallischen Zaubertranks gehalten werden, sondern Einzug in die eine oder andere Hausapotheke finden. jöb www.heilmedizin-jo.de

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