Kraftakt der Fröhlichkeit

Aufmarsch. Fröhlich Winken, Klatschen, Mitsingen. Kurze Rede, Ordensverleihung. Ausmarsch.

03.02.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Ausgelassen feierten Prinzessin Angelika I., Prinz Markus I., OB Gerhard Langemeyer, Kinderprinzessin Eileen I. und Henrik I. (v.l.) den vorübergehenden "Regierungswechsel" an der Spitze der Stadt. Der gesundheitlich angeschlagene OB freute sich auf drei Tage Entlastung von seinen Amtsgeschäften und hieß alle Tollitäten im Rathaus willkommen.  Reminghorst</p>

<p>Ausgelassen feierten Prinzessin Angelika I., Prinz Markus I., OB Gerhard Langemeyer, Kinderprinzessin Eileen I. und Henrik I. (v.l.) den vorübergehenden "Regierungswechsel" an der Spitze der Stadt. Der gesundheitlich angeschlagene OB freute sich auf drei Tage Entlastung von seinen Amtsgeschäften und hieß alle Tollitäten im Rathaus willkommen. Reminghorst</p>

Von solchen Kurzauftritten absolviert das Karnevalsprinzenpaar in den allertollsten Tagen des Jahres bis zu 14 Stück - in vier Stunden. Dieser Kraftakt der Fröhlichkeit forderte am Samstag seinen Tribut: Prinzessin Angelika I. fiel mit hohem Fieber zeitweise aus. Bei der Schlüsselübergabe im Rathaus forderte sie noch Hallenbäder voller Sekt, klatschte für die "Bierbrummer", Fanfarencorps und Tanzmädchen und verlieh eingemummt in einen Schal Orden. Doch dann war für sie eine Pause angesagt.

Für Prinz Markus I. allerdings kein Grund, Trübsal zu blasen. "Ich sehe das auch nicht als Arbeit", beteuert er auf der Fahrt zum ersten Auftritt am Nachmittag. Dreiviertel seines Jahresurlaubs hat der Feuerverzinker für seine närrische Amtszeit genommen. Und sieht es als reinen Gewinn: Als Repräsentant des Dortmunder Karnevals kommt der kontaktfreudige 35-Jährige viel herum. Besonders beeindruckt haben ihn Besuche in Altenheimen und Behindertenwerkstätten.

"Die freuen sich"

"Man kommt zu Leuten, die praktisch außerhalb der Gesellschaft leben. Und die freuen sich so, nur weil wir vorbei kommen", schildert er. Leider fehlt es meist an Zeit.

Jetzt hält der Kleinbus, der seit Jahresanfang 5000 km mit dem kostümierten Hofstaat zurückgelegt hat, in Brechten. Eine AWO-Veranstaltung, die bereits in vollem Gange ist.

Aufmarsch, Winken, Rede, Orden. Und dann? Prinzenbegleiter Willy Mattheis, seit Jahren zuständig für Organisation und Überblick, hat im Terminkalender eine Lücke entdeckt. Es sind noch Stunden bis zum nächsten Auftritt. Also Hinsetzen statt Ausmarsch, es bleibt tatsächlich etwas Zeit zum Mitfeiern. Und zum Ausruhen. Markus und Mattheis berichten von den bereits absolvierten Terminen. Am Vorabend gab es zum Beispiel eine Tour durch acht Kneipen mit 50-Mann-Gefolge. Bis 3 Uhr war der Tross unter wegs. Dennoch sitzen Regent und Begleiter gut gelaunt unter den Gästen, sind für jeden Plausch zu haben. Vollblutkarnevalist Markus freut sich über mehr verkleidete Narren als in den letzten Jahren.

Vor dem Ende seiner Regentschaft am Aschermittwoch fürchtet der Prinz sich übrigens nicht. Für ihn und Angelika geht die kurze Session in die Verlängerung: Nächste Woche marschieren sie noch einmal auf. Bei der Allemannischen Fastnacht in Weil am Rhein. SEN

Lesen Sie jetzt