Kranke Polen in Dortmunder Betten

17.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Patienten leben in Polen, die Krankenhausbetten stehen in Dortmund. Wie finden beide zusammen?

Für Clemens Galuschka (Foto), Verwaltungschef des Hörder St.-Josefs-Hospitals, ist das kein Problem.

Schon seit etlichen Monaten buhlt die Katholische St. Lukas Gesellschaft, zu der auch das Hörder Haus zählt, um Patienten aus verschiedenen europäischen Ländern, arbeitet hierfür mit Botschaften und Versicherungen zusammen. "Die zentrale Lage ermöglicht es, das Angebot der in Deutschland üblichen Behandlungsstandards auch für Patienten aus anderen Nationen zu öffnen" - so steht's auf der entsprechenden Internet-Seite.

Krankenhäuser in Deutschland empfangen mit offenen Armen nicht nur europäische Nachbarn, sondern zugleich einen finanziellen Ausgleich für die Lücken, die die aktuelle Zahlpraxis im deutschen Gesundheitssystem in ihre Klinik-Kassen reißt. Die Behandlung ausländischer Patienten kann sich da sehr rentieren.

Noch seien es kaum mehr als 30 bis 40 Patienten jährlich für alle drei Häuser der Lukas-Gesellschaft, überschlägt Galuschka. Hierzu zählen neben dem St. Josefs auch das Katholische Krankenhaus West in Kirchlinde und das Rochus-Hospital in Castrop.

Im angeschlossenen Darmzentrum Ruhr z. B. könnte künftig eine ganze Reihe mehr Erkrankter behandelt werden, wenn die Verhandlungen mit dem Versicherungsunternehmen Signal Iduna abgeschlossen sind.

Das Unternehmen möchte seinen Heimatsitz Dortmund stärken und bietet zunächst seinen polnischen Privatversicherten, später auch rumänischen, Behandlungsmöglichkeiten in Dortmunder Hospitälern an. Jedenfalls für bestimmte Krankheitsbilder. bö Seite 3: Beschleunigte

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