Dortmunder Museum hat „Corona“ seit den 1980ern im Lager

hz„Virales“ Fundstück

Bei einem Ankauf in den 80er-Jahren schlich sich „Corona“ in die Dasa ein. Jetzt gelangt das Exponat wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Auch der Infektionsschutz spielt dabei eine Rolle.

Huckarde

, 07.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahrzehnten harrte das Exponat, von der Welt vergessen, im Depot der Dasa. Sein Name lässt Menschen hastig den Mindestabstand einnehmen und ihren Mund-Nasen-Schutz aufziehen: Corona.

Mit Aerosolen, R-Werten und Virologen hat das Dortmunder Ausstellungsstück jedoch wenig zu tun. Allenfalls als Superspreader könnte man es bezeichnen, verbreitete sich doch das „Corona“ der Dasa Anfang des 20. Jahrhunderts von Amerika aus in die ganze Welt und revolutionierte das Arbeiten von unterwegs.

„Corona“ revolutionierte das Büroleben

Denn bei dem „Corona“ der Ausstellung handelt es sich um eine Schreibmaschine. Besser gesagt um einen Bestseller unter den Schreibmaschinen. 1912 wurde sie von dem New Yorker Frank Rose und seinem Sohn George gebaut.

Die Schreibmaschine „Corona“ gehörte zu den ersten transportablen Vertretern ihrer Art.

Die Schreibmaschine „Corona“ gehörte zu den ersten transportablen Vertretern ihrer Art. © Dasa Arbeitswelt Ausstellung

„Schreibmaschinen gingen zu der Zeit viral“, erklärt Marcus Starzinger, Leitung des Bereichs Bildung und Vermittlung der Dasa. „Sie erleichterten das Büroleben ungemein. Jeder wollte so ein Ding haben.“ Allein in Amerika waren zu der Zeit 100 auf die Produktion von Schreibmaschinen spezialisierte Firmen registriert.

Die Schreibmaschine „Corona“ bot zusätzlichen Komfort für den Benutzer: „Mit ihrer Hilfe konnte man erstmals auch unterwegs, etwa im Zug, arbeiten“, erzählt Starzinger. Denn es handelte sich bei ihr um eine der ersten transportablen Klappschreibmaschinen.

Zufallskauf in den 1980ern

Das Ausstellungsstück der Dasa kam erst um einiges später in den Besitz der Arbeitswelt-Ausstellung. 1981 kaufte das Museum die Sammlung eines Schreibmaschinensammlers. In dem Konvolut befanden sich zufälligerweise mehrere Exemplare der „Corona“-Klappschreibmaschine – und diese verschwanden erst einmal für mehrere Jahrzehnte im Depot des Ausstellungshauses.

Ausstellung rund um „Infektionsschutz“

Ans Tageslicht ist die Schreibmaschine „Corona“ erst wieder in Zusammenhang mit ihrem ansteckenden Namensvetter 40 Jahre später gekommen. Denn das Team der Dasa bietet gerade eine Mini-Ausstellung zum Thema Infektionsschutz an.

Diese beschäftigt sich zwar vor allem mit den verschiedenen Arten von Schutzmasken, ihrer Verwendung im Arbeitsalltag sowie der Hygiene am Arbeitsplatz, doch stieß bei der Recherche im Fundus der Dasa ein Mitarbeiter auf die lange vergessene Schreibmaschine.

Nicht nur wegen ihres Namens, der „sich wahrscheinlich eher auf das lateinische Wort für Krone bezieht“, wie Starzinger anmerkt, ist die Schreibmaschine „Corona“ jetzt auch für Besucher zu besichtigen. „Wenn man so will, ist sie die Vorgängerin der Notebooks, ohne die ein Arbeiten aus dem Homeoffice gar nicht möglich wäre“, meint Starzinger. Damit sei die „Corona“ ein Zeit-Dokument einer aktuellen Form der Arbeit.

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