Lärm und Überfälle im Ortskern - Gerüchte um „Kaufland-Jugendschreck“

hzKriminalität in Dortmund

Noch Mitte des Jahres terrorisierte eine Jugend-Bande den Ortskern von Aplerbeck. Jetzt soll sich die Situation wieder beruhigt haben. Aber es gibt ein ungewöhnliches Gerücht.

Aplerbeck

, 16.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der letzte Großeinsatz im Aplerbecker Ortskern ist noch nicht lange her. Am Freitag (11.9.) brannte hinter Kaufland ein großer Container - mitten in der Nacht. Polizei und Feuerwehr rückten aus. Wer für den Brand verantwortlich war, der auch schlimmer hätte enden können, steht noch nicht fest. Die Polizei ermittelt.

Wer jetzt wollte, der könnte schnell etwas daraus konstruieren. Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Lärm und sogar Überfällen im Ortskern. Auslöser waren immer Jugendliche, die sich rund um Marsbruchplatz, Emschergasse und Kaufland trafen und auch noch treffen. Also, stecken auch hinter dem Feuer eben diese Jugendlichen? Reine Spekulation.

Mark Becker, Cornelius Boensmann (beide Jugendamt) und der neue Wachleiter in Aplerbeck, Wintersehl nehmen Stellung in der Sitzung der Bezirksvertretung.

Mark Becker, Cornelius Boensmann (beide Jugendamt) und der neue Wachleiter in Aplerbeck, Wintersehl nehmen Stellung in der Sitzung der Bezirksvertretung. © Jörg Bauerfeld

Fest steht, dass auch Kaufland die Jugendlichen vor Ort im Auge hat. „Vor dem Kaufland in Aplerbeck, insbesondere auf dem Marktplatz halten sich immer wieder Jugendliche auf. Diese Situation ist uns natürlich bekannt. Wir haben ein Auge hierauf und sprechen die Jugendlichen auch immer wieder an“, so eine Kaufland-Sprecherin.

Merkwürdiges Gerücht aus der Bevölkerung

In dem Zusammenhang tauchte auch ein merkwürdiges Gerücht auf. So gab es den Hinweis aus der Bevölkerung, dass auf dem Kaufland-Gelände vor allem der Bereich an den Pfandflaschen-Automaten, als Aufenthaltsort und Unterstand nicht nur bei schlechtem Wetter von Jugendlichen zum Treffen genutzt werde.

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Dort würde ein „akustischer Jugendschreck“ eingesetzt, der in unregelmäßigen Abständen ertöne. Von diesem Vorwurf distanziert sich die Kaufhaus-Kette aber: „Ein solches Gerät wurde von uns nicht installiert“, so eine Kaufland-Sprecherin.

Hinter Kaufland stehen große Container. Auch hier treiben sich Jugendliche herum.

Hinter Kaufland stehen große Container. Auch hier treiben sich Jugendliche herum. © Jörg Bauerfeld

Aber, wie ist der momentane Stand im Aplerbecker Ortskern? „Die Situation im Aplerbecker Ortskern hat sich Anfang des Jahres anders dargestellt als heute“, so Michael Wintersehl, der neue Wachleiter der Polizeiwache in Aplerbeck.

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Es seien in den vergangenen Monaten umfangreiche Ermittlungsverfahren geführt worden, sodass die Szene vor Ort lokalisiert sei. „Es kommt laut Anwohnern immer wieder zu Störungen, aber es ist deutlich ruhiger geworden“, sagt Michael Wintersehl. Die Polizei sei, wenn sie denn von Anwohnern aus dem Ortszentrum gerufen werde, schnell vor Ort.

In zehn Minuten ist die Polizei vor Ort

Nach maximal zehn Minuten sei ein Wagen vor Ort. „Das ist eine Zeit, mit der wir gut arbeiten können. Auch, wenn es das eine oder andere Mal dazu führt, dass die jungen Leute dann schon weg sind.“

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Es gebe keinen Ansatz dafür, dass es im Aplerbecker Ortskern wieder ein neues Problem mit Jugendlichen gebe, wie es sich Anfang 2020 dargestellt habe. Auch das Dortmunder Jugendamt hat weiterhin ein Auge auf die Situation.

Mit einer Jugendarbeit, die auf die Jugendlichen zugeht, werde man auch weiterhin versuchen, Einfluss auf die jungen Leute zu nehmen.

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