Straußenfleisch und Büffelmilcheis - im „Landgut“ gibt es Exotisches aus der Region

hzHofladen „Landgut“

Regional, saisonal und möglichst ohne Plastik - das sind die Grundprinzipien vom „Landgut“ auf der Singerhoffstraße. Wir haben mit Inhaberin Lynn Schröder über ihre Beweggründe gesprochen.

von Anika Hinz

Hombruch

, 29.05.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade mal 25 Jahre alt war Lynn Schröder, als sie ihren Hofladen „Landgut“ am 13. Oktober 2018 auf der Singerhoffstraße 1 in der Hombrucher Innenstadt eröffnet hat. Ein ziemlich junges Alter, um in die Selbstständigkeit zu starten, doch für die gelernte Agrarwirtin war es genau das, was sie machen wollte. „Meine Eltern sind auch selbstständig und ich mag die Idee, mein eigener Chef zu sein“, sagt Schröder. „Wegen meines Studiums kam ich dann darauf, einen Hofladen zu eröffnen.“

Die 26-Jährige hat in Soest Agrarwirtschaft studiert und sowohl einen Bachelor als auch Master in dem Fach absolviert. In welche Richtung es nach dem Studium gehen soll, war aber nicht immer klar. „Viele meiner Freunde haben Eltern, die selber in der Landwirtschaft tätig sind. Die übernehmen deren Höfe - ihr Weg ist geebnet“, sagt sie und fügt hinzu: „In meiner Familie ist niemand in der Landwirtschaft. Ich konnte also in keinen elterlichen Betrieb und musste mir etwas Eigenes suchen.“

Kein passendes Lokal gefunden

Im Studium bekam Schröder unterschiedliche Einblicke in die Landwirtschaft. Dabei fiel ihr auf, dass viele Höfe zwar Läden haben, diese aber meist weit außerhalb liegen und nur Erzeugnisse ihrer eigenen Produktion anbieten. „Die Kunden müssen also fahren und fahren, um ihre gewünschten Lebensmittel zu bekommen. Was fehlt, ist eine Sammelstelle, wo man alles bekommt, so wie im Supermarkt“, sagt Schröder.

Gesagt, getan. Nach dem Studium stand der Plan, einen eigenen Hofladen zu eröffnen, fest. „Ich habe ein Jahr lang gesucht, aber nichts gefunden. Vor allem hier in Hombruch war es schwer, weil die Mieten auf der Harkortstraße so hoch sind“, sagt die Agrarwirtin. Letztendlich hatte sie aber Glück und ihre Mutter, die selbst einen Laden auf der benachbarten Leostraße hat, fand das leere Lokal auf der Singerhoffstraße.

Straußenfleisch und Büffelmilcheis - im „Landgut“ gibt es Exotisches aus der Region

Der Laden ist liebevoll und modern eingerichtet. © Anika Hinz

Finanzielle Hilfe kam für die junge Frau nicht in Frage. Den Laden mitsamt Renovierungsarbeiten und Sortiment hat sie selbst finanziert. „Hier steckt viel Gespartes drin“, sagt sie. Angestellte hat sie derzeit keine und kann sich das für die nahe Zukunft auch nicht vorstellen. „Vielleicht wenn ich nicht mehr alles alleine schaffe“, sagt die Inhaberin, die momentan noch so gut wie alle Produkte selbst bei den Höfen abholt.

Verkauf mit gutem Gewissen

Auf die Nachfrage, wie das Geschäft laufe, antwortet Schröder gelassen. „Ich kann mich definitiv nicht beschweren, das Konzept wird gut angenommen“, sagt sie. Ein Grund dafür, so schätzt die 26-Jährige, könnte das Umdenken in der Bevölkerung sein. „Die Leute fangen an zu hinterfragen, wo ihre Lebensmittel herkommen - sie sind zunehmend am Tierwohl und Klimaschutz interessiert“, sagt sie.

Straußenfleisch und Büffelmilcheis - im „Landgut“ gibt es Exotisches aus der Region

Bei Lynn Schröder bekommen Kunden viele Produkte aus Dortmund - zum Beispiel diesen Apfelsaft, © Anika Hinz

Ihr Hofladen könne beides. Schröder achtet darauf, in einem engen Austausch mit den Landwirten, die sie beliefern, zu stehen. Im Lokal liegen Flyer aus, die über die kooperierenden Betriebe informieren und wer möchte, kann die Tiere auf den Höfen sogar besuchen. „Mir ist es wichtig, meinen Kunden etwas mit gutem Gewissen zu verkaufen“, erklärt Schröder. „Kommen Fragen auf, beantworte ich diese gerne“.

Straußenfleisch und Büffelmilcheis - im „Landgut“ gibt es Exotisches aus der Region

Viel Glas und wenige Verpackungen zeichnen den Hofladen "Landgut" aus. © Anika Hinz

Bei der jungen Selbstständigen landen nur saisonale und regionale Produkte in den Regalen. Zudem achtet sie darauf, möglichst auf Plastik zu verzichten. Vieles gibt es in Gläsern und Tüten nur in Papierform. Und wenn Kunden doch mal Lust auf Exotisches haben, müssen sie keine Angst vor importierten Produkten haben. Das Büffelfleisch kommt aus Barlo, das Straußenfleisch aus Delbrück. Beide Städte liegen in Nordrhein-Westfalen. Die beleibtesten Lebensmittel sind aber die, die man an jeder Ecke bekommt. Zum Beispiel Milch, Eier oder Käse - wobei ein Liter Milch 2,20 Euro inklusive Pfand kostet.

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