Landschaftsschutzgebiet in Somborn wird als Müllhalde missbraucht

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Das Landschaftsschutzgebiet Somborn dient der Naherholung, dem Erhalt eines naturnahen Bachlaufes – vielen Menschen missbrauchen es aber auch als Müllhalde.

Lütgendortmund

, 23.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über mehrere Hundert Meter zieht sich die Beverstraße entlang des Landschaftsschutzgebietes Somborn. Der Anblick des Waldrandes macht sprachlos. Ein Haufen Müll liegt neben dem anderen, meistens handelt es Grünabfälle, aber auch Sperrmüll ist zu sehen.

„Hallo, Ihr Aufräumer, Renovierer und Ausmister! Wo liegt jetzt Euer Müll?“, fragt Gabriele Zawali. Sie wohnt an der Beverstraße – und ihr reicht es jetzt.

„Ich wünsche mir nur, mal einen von denen in flagranti zu erwischen“, sagt sie erbost und lässt offen, was dann passieren würde. Die Grünabfälle sind ihr gar nicht so wichtig. Es sind der Hausmüll, die Möbel und der Bauschutt, die sich dort finden, die sie so empören.

Grünabfall ist kein Kompost

Der Straßenrand der Beverstraße und damit die Grenze zum Landschaftsschutzgebiet ist Beispiel für zwei große Missverständnisse des Umweltschutzes. Erstens ist Grünabfall kein Kompost, sondern Müll.

Zweitens: Mit dem illegalen Entsorgen von Müll in der Natur spart man kein Geld. Während man den Müll an jedem Dortmunder Recyclinghof für wenige Euro loswerden kann, drohen für unerlaubte Abfallbeseitigungen in der Natur Strafen von 100 bis 100.000 Euro, wie Stadtsprecher Christian Schön mitteilt.

Von wegen Kompost. Solche Haufen Gartenabfälle schaden der Natur.

Von wegen Kompost. Solche Haufen Gartenabfälle schaden der Natur. © Holger Bergmann

Zum illegalen Beseitigen von Grünabfall gehört demnach auch dessen Verbrennen. Hier beginnen die Geldbußen bei 200 Euro. Die Bußgeldhöhe orientiert sich an der Menge des Mülls.

Dünger für den Garten nicht für den Wald

„Wir sind von Menschen umgeben, die Begriffe wie Solidarität, Sozialverhalten und Naturschutz noch nie gehört haben“, urteilt Gabriele Zawali. Doch die Täter unterliegen möglicherweise einem Missverständnis. Denn laut Christian Schön hält sich immer noch die irrige Annahme, dass Grünabfälle Kompost seien.

„Baum-, Strauch- und Grünschnitt wird erst durch einen Verrottungsprozess zu Kompost, der dann in Gärten oder im Ackerbau zur Düngung eingesetzt werden kann“, so Schön.

Wer seine Grünabfälle nicht selbst kompostiert und seine eigenen Pflanzen damit düngt, der muss sich an die vorgegebenen Entsorgungswege über die Recyclinghöfe halten.

Kein Wachstum unter dem Rasenschnitt

Grünabfälle in der Natur bringen Nährstoffe in den Stoffkreislauf ein, wodurch sich die Standortbedingungen von Böden verändern.

Was auf Produktionsflächen und in Ziergärten erwünscht ist, stört aber in Schutzgebieten, egal ob Wald oder naturnahe Landschaft. Schnittgut aus dem Garten verdrängt heimischen Tiere und Pflanzen.

Die ziemlich langsame Verrottung des Materials hat einen schlechten Einfluss auf das Bodenleben und auf die Pflanzenvielfalt. So kann eine Portion Rasenschnitt wie Mulch wirken und jegliches Wachstum im Boden hemmen.

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