Lanstroper Ei: Dortmunder Wasserturm ist auf dem Weg zu neuem Glanz

hzLandmarke im Dortmunder Nordosten

Es gab viele Kritiker, die es nicht mehr für möglich gehalten hatten - und doch ist der erste Bauabschnitt zur Sanierung des Lanstroper Eis abgeschlossen. Weitere sollen folgen.

Grevel

, 13.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Donnerstag (13.8.) war ein großer und lang ersehnter Tag für den Förderverein Lanstroper Ei und seine beiden rührigsten Mitglieder Bruno Schreurs und Bodo Champignon.

Stolz konnten sie verkünden: Der erste Bauabschnitt zur Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Greveler Wasserturms ist so gut wie fertig. Er umfasst die gesamte 35 Meter hohe Trägerkonstruktion, sorgt also dafür, dass die Standsicherheit der weithin sichtbaren Landmarke im Dortmunder Nordosten gewährleistet bleibt, obwohl Schreurs meint: „Der Turm wäre auch ohne Sanierung nie und nimmer umgefallen.“ Damals, also Anfang des vorigen Jahrhunderts, sei noch mit äußerst massivem Stahl gebaut worden.

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Rund 1,7 Millionen Euro hat dieser Bauabschnitt gekostet, und Schreurs und Champignon geben zu, dass sie zwischenzeitlich daran gedacht haben aufzugeben. Vor allem, das nötige Geld aufzutreiben, erwies sich als enorm schwierig.

Und so hat das gesamte Unterfangen von der Wiederbelebung des Fördervereins im Jahr 2010 bis heute satte 10 Jahre gedauert. Letztlich waren es vor allem die Zuwendungen der NRW-Stiftung (250.000 Euro) mit ihrem Dortmunder Ehrenvorsitzenden Franz-Josef Kniola und des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes (400.000 Euro), die aus dem einstmals frommen Wunsch doch noch Realität werden ließen.

Das über 100 Jahre alte Lanstroper Ei in Grevel kennt jeder. Nun wurde die Trägerkonstruktion aufwendig saniert

Das über 100 Jahre alte Lanstroper Ei in Grevel kennt jeder. Nun wurde die Trägerkonstruktion aufwendig saniert. © Andreas Schröter

Mitgeholfen hat dabei auch das Technische Ausbildungszentrum (TAZ) in Körne, wo die Einzelteile wiederaufbereitet oder ganz neu hergestellt wurden. Der Wirtschaftsförderer und aktuelle SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal hat sich dafür eingesetzt.

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Oberbürgermeister Ullrich Sierau forderte Schreurs und Champignon auf, weiter am Ball zu bleiben, denn nun gehe es darum, auch die Finanzierung für den zweiten Bauabschnitt auf die Beine zu stellen. Der betrifft den Wasserbehälter - das Ei - selbst.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann kündigte hierfür weitere 290.000 Euro Hilfe vom Bund an. Das jedoch reicht noch nicht. Auf Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro schätzt Schreurs den Aufwand dafür. Solange die Finanzierung noch nicht steht, können noch keine Aussagen über den Beginn des zweiten Bauabschnitts gemacht werden.

Einige Stahlteile müssen noch verbaut werden

Einige Stahlteile müssen noch verbaut werden. © Andreas Schröter

Doch damit soll für OB Sierau noch nicht Schluss sein. Er stelle sich einen Erweiterungsbau am Fuß des Lanstroper Eis vor, der noch mehr Menschen an diesen Ort locke, als das ohnehin schon der Fall sei. Das könne ein Ort für die Kultur sein, eine Radstation oder auch ein schulbiologisches Zentrum. Bis das Realität wird, werden jedoch sicherlich einige weitere Jahre ins Land ziehen.

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