Lanstroper Kindergarten-Eltern fühlen sich über den Tisch gezogen

hzFabido-Kita Lanstrop

Die Fabido-Kita an der Gürtlerstraße in Lanstrop muss saniert werden. Doch wohin mit den Kindern während der Bauzeit? Mit dem Vorschlag der Stadt sind die Eltern nicht einverstanden.

Lanstrop

, 04.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Oktober 2020 bis März 2021 wird die Fabido-Kindertagesstätte an der Gürtlerstraße in Lanstrop saniert und umgebaut. 27 Kinder kommen in dieser Zeit im Offenen Ganztagsbereich der benachbarten Brukterer-Grundschule unter, aber 45 weitere müssen für ein halbes Jahr zur Herder-Grundschule am Gretelweg in Kemminghausen pendeln.

Das stinkt vielen Eltern, deren Sprösslinge davon betroffen sind. „Wir sind emotional angefasst“, sagt Mareike Pawlowski, eine der betroffenen Mütter. Google Maps weist für die Strecke neun Kilometer aus. Der Hol- und Bringdienst für die Kinder sei für viele Eltern, die berufstätig sind, schwierig zu leisten.

Jetzt lesen

Es müsse doch möglich sein, auch in Lanstrop ein Ausweichquartier zu finden. Denkbar seien zum Beispiel das leerstehende Gemeindehaus und die Kirche der Evangelischen Gemeinde an der Färberstraße, finden die Eltern. Hier allerdings soll offenbar der lange geplante Umbau zu einem weiteren Kindergarten im September starten.

Das sind die Alternativvorschläge

Möglich seien doch vielleicht auch der neu entstandene Kindergarten an der Husener Eichwaldstraße oder auch das Gemeindehaus der Katholischen Kirche in Kurl an der Werimboldstraße. Das ist zwar beides ebenfalls nicht in Lanstrop, aber letztlich nicht so weit weg wie der Standort in Kemminghausen.

So sieht die Fabido-Kita an der Gürtlerstraße in Lanstrop bon außen aus.

So sieht die Fabido-Kita an der Gürtlerstraße in Lanstrop bon außen aus. © Andreas Schröter

Am meisten kritisieren die Eltern, dass sie von Fabido vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien und dass man sich nicht vorher mit ihnen ausgetauscht habe. „Alles, was wir nun vorschlagen, wird abgeschmettert“, sagt Daniela Grundmann, eine weitere Mutter.

Jetzt lesen

Gut wäre aus Sicht der Eltern eine Zusammenkunft mit allen beteiligten Eltern, auf der man eventuell auch einen gemeinsamen Shuttlebus organisieren könne. „Momentan wissen wir doch gar nichts“, sagt Mareike Pawlowski, „auch nicht, wie viele Familien sich überhaupt an einem solchen Bus beteiligen würden und wie groß der dann sein müsste.“

Im Oktober hat Kindergarten eine Woche geschlossen

Im Oktober hat der Kindergarten eine ganze Woche geschlossen, um den Umzug zu stemmen.

Stadtsprecherin Anke Widow sagt: „Fabido ist selbstverständlich sehr daran interessiert, mit den betroffenen Eltern im Gespräch zu sein und zu bleiben.“ In einer Elternversammlung am 14. Juli seien die Bedenken einiger Eltern hinsichtlich der notwendigen Auslagerung der Gruppen von November 2020 bis März 2021 und auch mögliche Lösungsvorschläge ausführlich zur Sprache gekommen.

Fabido prüfe zurzeit, welche Unterstützung für die betroffenen Eltern möglich sei. Die Entscheidung werde, sobald sie fest stehe, kurzfristig in einer Elternversammlung vorgestellt werden.

Ursprünglich habe das Baukonzept einen lückenlosen Übergang ohne Auslagerung vorgesehen. Aber, so Anke Widow weiter: „Leider gab es zu der übergangsweisen Auslagerung keine Alternative, da die Bauarbeiten - verursacht durch Wasserschäden und Restarbeiten im Anbau - eine vorher nicht planbare Dimension angenommen hatten.“

„Verschiedene Alternativen geprüft“

Für die alternative Unterbringung habe Fabido verschiedene Alternativen wie zum Beispiel die übergangsweise Nutzung der Brukterer-Grundschule für alle Kita-Kinder geprüft. Leider habe sich der Platzbedarf als zu groß für diesen Standort erwiesen, sodass nur ein Teil der Gruppen dort untergebracht werden könnten.

Eine weitere Option schien der Neubau an der Husener Eichwaldstaße zu sein. Da jedoch der neue Träger den Betrieb Anfang August starte, fiel auch diese Möglichkeit aus, sodass die jetzige Lösung die einzig machbare gewesen sei.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt